Eine Familienchronik über die Abgründe von Geldgier und Machtstreben

Die Buddenbrooks werden als „fast willenlose Wesen, die sich in den vorgezeichneten Weg ergeben und nur auf die Bewahrung ihres Vermögens fixiert sind“ dargestellt. (Foto: TfN)

Thomas Manns „Buddenbrooks“ am 18. Dezember im Theater am Berliner Ring

BURGDORF (r/jk). Der VVV und die Stadt Burgdorf setzen die aktuelle Spielzeit mit Gastspielen des Theaters für Niedersachsen am Freitag, 18. Dezember 2015, im Theater am Berliner Ring (Berliner Ring 27) fort. Auf dem Spielplan steht John von Düffels Bühnenfassung des Romans „Buddenbrooks“ von Thomas Mann. Vorstellungsbeginn ist um 20.00 Uhr. Eine kostenlose Werkseinführung startet um 19.30 Uhr. Theaterkarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und online unter www.vvvburgdorf.de erhältlich. Für Mitglieder des VVV und Jugendliche gibt es im Vorverkauf Ermäßigungen.
Die Buddenbrooks sind eine angesehene Lübecker Kaufmannsfamilie. Für ihre Mitglieder bedeutet jede familiäre Entscheidung zugleich ein Geschäft, das sich in Talern niederschlägt. Als Handelsfirma hat sich die Familie über Generationen hohes Ansehen in der Stadt erarbeitet, mit Disziplin, Fleiß und Sparsamkeit. Jahre später, nach dem Tod von Konsul Johann Buddenbrook, liegen die Geschicke der Firma nun in den Händen seiner inzwischen erwachsenen Kinder. Thomas, der Älteste, tritt in die Fußstapfen seines Vaters. Der kränkelnde Christian erweist sich als unbrauchbar für das Geschäft, und Antonia beschert der Senatorenfamilie immer wieder Skandale. Das Buddenbrooksche Vermögen schwindet zusehens und weckt dadurch die Befürchtung eines gesellschaftlichen Abstiegs. Gelingt es, den drohenden familiären Zerfallsprozess aufzuhalten und einen ruinösen gesellschaftlichen Abstieg zu verhindern, der die Familie dem verächtlichen Spott der anderen Lübecker Patrizierfamilien aussetzen würde?
Als eine „Seelengeschichte des deutschen Bürgertums“ bezeichnete Thomas Mann seinen 1901 erschienenen Roman, für den er 1929 den Literatur-Nobelpreis erhielt. Darin erzählt er den Niedergang einer großbürgerlichen Familie Ende des 19. Jahrhunderts und griff dabei auf die Geschichte seiner eigenen Familie zurück. Als Kaufleute haben die Buddenbrooks im Kampf um Erfolg und Prestige jeden Winkel ihres Lebens rücksichtslos ökonomisiert. Thomas Mann beschreibt in seinem Roman, was die protestantische, frühkapitalistische Ethik und hanseatische Etikette des Konsuls und reichen Kaufmanns aus Kindern macht: fast willenlose Wesen, die sich in den vorgezeichneten Weg ergeben und nur auf die Bewahrung ihres Vermögens fixiert sind.
In Bettina Rehms Inszenierung sind André Vetters, Simone Mende, Thomas Strecker, Marek Egert und Julia Gebhardt in den Hauptrollen zu sehen.