Einblicke in das Judentum

Eine Dokumentation über Rabbi Wolff

BURGDORF (r/jk). Eine Matinee über Rabbi Wolff wird am Sonntag, 23. April, ab 11.00 Uhr in der Neuen Schauburg, Feldstraße, Burgdorf, angeboten.
William Wolff hat eine außergewöhnliche Biografie: 1927 wurde er in Berlin in eine jüdische Familie geboren.1939 ist er mit seinen Eltern und Geschwistern nach London geflohen. In England schlug er eine Laufbahn als politischer Journalist ein, wobei er zum Ressortleiter beim Daily Mirror aufstieg. 1979, im Alter von 52 Jahren, ließ er sich schließlich zum Rabbiner ausbilden. 2002 kehrte er dann nach Deutschland zurück – als Rabbiner der Jüdischen Gemeinden Rostock und Schwerin pendelte er wöchentlich zwischen London und Mecklenburg. Die preisgekrönte Dokumentarfilmmacherin Britta Wauer, die bereits mit ihrem Film „Im Himmel unter der Erde“ über den Friedhof Berlin-Weißensee einen Publikumshit erzielte, zeichnet nun Wolffs außergewöhnliche Lebensgeschichte nach.
Die Matineegäste erfahren in dem Film „Rabbi Wolff – Ein Gentleman vor dem Herrn“ viel über diesen Mann, aber noch mehr über unser überkommenes Bild vom Rabbinertum in Deutschland. Wolff trägt keinen Bart und führt seinen Singlehaushalt nicht koscher. „Ich glaube, dass er ein wahnsinniger Türöffner ist und ein Mensch, der einen in das Judentum hineinführt ohne Angst oder Vorbehalte“, sagt Regisseurin Wauer. „Oft ist es ja so, dass die Menschen sagen: 'Ich kenne gar keinen Juden', sich sonst irgendwas vorstellen, nie in einer Synagoge gewesen sind. Und dieser Mann hilft einem dabei, hinter die Türen zu schauen."