Ein zartes Pflänzchen schlägt langsam Wurzeln

Karen Lüders (Seniorenrat), Doris Zander (MüZe) und Barbara Martens (Nachbarschaftstreff) sowie Margarethe Bredemeier und Angelika Wirtz (NABU; v.l.) sind die engagierten Initiatorinnen des gemeinsamen Projekts „Stadtgärtnern in Burgdorf“. (Foto: Georg Bosse)

„Stadtgärtnern in Burgdorf“ will urbane Grünflächen entwickeln

BURGDORF (gb). „Urban Gardening“ (Gartenbau), in Burgdorf auch Stadtgärtnern genannt, ist die kleinräumige, gärtnerische Nutzung öffentlicher, meist städtischer Flächen in Wohngebieten. Im rheinland-pfälzischen Andernach, einer Stadt, die mit ihren rund 30.000 Einwohnern gut mit Burgdorf vergleichbar ist, is(s)t man schon viel weiter. Städtische Grünflächen werden zur urbanen Landwirtschaft genutzt. Andernach, die „essbare Stadt“, ist das bislang größte „Urban Gardening“-Projekt in Deutschland.
Gemüseanbau im städtischen Raum, Kartoffeln, Kohl und Blumen machen eine Stadt wieder zum Lebensmittelpunkt. Ganz bestimmt ist man im Süden der Republik diesbezüglich schon ein gutes Stück voraus, aber auch in der Auestadt beginnt das zarte Pflänzchen „Stadtgärtnern“ Wurzeln zu schlagen. Der NABU Burgdorf, Lehrte & Uetze, das Burgdorfer Frauen- und Mütterzentrum (MüZe) und der Nachbarschaftstreff „Ostlandring“ sowie der Seniorenrat haben das Projekt „Stadtgärtnern in Burgdorf“ ins Leben gerufen.
Begonnen hat es in Burgdorf rund um die Flüchtlingsunterkünfte in der Friederikenstraße. „Ich halte es für nötig, natürliches Leben aus dem Boden entstehen zu lassen. Ferner ist das Projekt perfekt dazu geeignet, miteinander interkulturelle Kompetenzen zu erwerben“, so die Initiatorin „Friederikenstraße“, Margarethe Bredemeier. Denn die Projektträger sind überzeugt, dass das gärtnerische Miteinander gute nachbarschaftliche Beziehungen sowie die Integration der neuen Mitbürger fördert.
Um den Menschen in bereits bestehenden Wohngebieten die Möglichkeit zum Stadtgärtnern zu bieten, hat das Liegenschaftsamt der Stadt der Projektgruppe einen Grünstreifen am Rande der Südstadt hinter dem Nachbarschaftstreff „Ostlandring“ zur Verfügung gestellt. „Hier planen wir insgesamt 28 Parzellen in einer Größe von jeweils 3 x 5 Metern mit Brunnen und Gerätehaus“, beschreibt Angelika Wirtz (NABU) das Vorhaben nicht nur für Südstädter. Und Barbara Martens (Nachbarschaftstreff) wusste zu berichten: „Es haben sich schon sieben Interessenten gemeldet, die „ihr“ Stückchen Garten eigenständig und eigenverantwortlich bewirtschaften wollen.“ Für den organisatorischen Aufwand, wie beispielsweise die Verteilung der zahlreichen Pflanzenspenden, „brauchen wir dringend Verstärkung“, so Doris Zander (MüZe). Denn langsam entwickele sich das gemeinschaftliche Gärtnern auf öffentlichem Grün auch im Umfeld der neuen Flüchtlingsunterkünfte am Sorgenser Dreieck und bei „Drei Eichen“, sagt Karen Lüders (Seniorenrat).
Für Dienstag, 25. Oktober, haben die ehrenamtlichen Initiatorinnen einen Runden Tisch „Stadtgärtnern“ auf der Tagesordnung. Uhrzeit und Ort sollen noch rechtzeitig bekannt gegeben werden. Projektsprecherin Karen Lüders ist unter Tel. 05136/5429 zu erreichen. Interessenten und Unterstützer für die neuen Parzellen in der Südstadt werden gebeten, sich bei Barbara Martens (Nachbarschaftstreff) unter der Rufnummer 05136/ 87 80 399 oder bei Angelika Wirtz (NABU) unter Tel. 05085/ 955 455 zu melden.