Ein spannender Vortrag zum (Er)Leben in der DDR

DDR, Mauerfall, Staatssicherheit – in einem unterhaltsamen Vortrag berichtet Dr. Renatus Deckert den Abiturientinnen und Abiturienten vom (Er)Leben in der DDR. (Foto: Daniela Rosendahl/BBS Burgdorf)

Abiturienten der Beruflichen Gymnasien sind überrascht

BURGDORF (r/jk). DDR, Mauerfall, Staatssicherheit… das alles ist so lange her – 27 Jahre in diesem Jahr, dass Abiturientinnen und Abiturienten diese Zeit nur als jüngere Geschichte kennen. Aus diesem Grund berichtete Dr. Renatus Deckert in einem kurzweiligen und hoch informativen Vortrag in der BBS Burgdorf, wie er und seine Familie das Leben in der DDR und dann auch den Mauerfall erlebt haben.
Deckert, zum Zeitpunkt des Mauerfalls 12 Jahre alt, war der Einladung des Teams Deutsch gefolgt, um über Hintergründe und Erfahrungen aus und mit der DDR zu berichten. „Alle Abiturienten in Niedersachsen müssen für ihr Abitur eine Pflichtlektüre bearbeiten, in der es um Anpassung und Aufbegehren in den 50er-Jahren der DDR geht“, berichtet Lehrerin Susanne Krüger, die diesen Vortrag organisiert hat. Aus sehr persönlicher Sicht erzählte Deckert, von Beruf Autor und Herausgeber, unterhaltsam, informativ und sehr persönlich. Dabei erfahren die Zuhörer nicht nur seine Geschichte, sondern auch die einiger anderer Persönlichkeiten.
„Ich hätte nie gedacht, dass es zum Beispiel so schwierig war, von Ost nach West zu kommunizieren, dass selbst das Telefonieren so kompliziert war“, erklärt Abiturient Jannis Kiel. Und Inka Tulowitzki ergänzt, dass man so vieles nicht gewusst habe und sich auch gar nicht vorstellen könne, dass es tatsächlich so war. So spannt Deckert einen Bogen von paramilitärischen Instruktionen in der Kita, Schulerfahrungen im sozialistischen System über Wartezeiten für Trabbis und staatlich zugeteilte „Ferienplätze“ für Familien. Familie, Beruf, Politik, Wahlen, Konsum, Träume – kaum ein Thema blieb unberührt. Auf jede Frage findet Deckert eine Antwort, die die Abiturientinnen und Abiturienten berührt. Auf die Abschlussfrage von Johanna Burkart, was denn das Wichtigste sei, was er ihnen als Zuhörern mitgeben könne, antwortet Deckert: „Gehen Sie wählen, nutzen Sie dieses Recht. Es könnte ganz anders sein, es war schon oft anders!“ Der Schlussapplaus stellt klar, dass Deckert mit seiner Lesung alle erreicht hat.