Ein Hauch von Nostalgie weht Sonntag durch die MARKTSPIEGEL-Arena

Zum letzten Mal vor der Fusion stehen sich die TSV Burgdorf und der Heesseler SV in packenden Zweikämpfen in einem Derby gegenüber. (Foto: Kamm)

Derby zwischen Heesseler SV und TSV Burgdorf findet zum letzten Mal statt

BURGDORF/HEESSEL (kd). Fußballnostalgiker werden am Sonntag spätestens nach dem Anpfiff der interessantesten Partie des Rückrundenauftakts in der Fußball-Landesliga Tränen in den Augen haben, wenn Schiedsrichter Marius Schlüwe vom BSV Gleidingen um 14 Uhr die Begegnung zwischen dem Heesseler SV und der TSV Burgdorf in der MARKTSPIEGEL-Arena in Burgdorf anpfeift. Es wird dann ein Hauch von Nostalgie durch das Stadion an der Sorgenser Straße wehen, wenn die Rivalen aufeinander treffen. Wenn nichts Außergewöhnliches passieren sollte, gehört die Begegnung zwischen dem Tabellensiebten aus Heeßel (22 Zähler) und dem Tabellennachbarn von der TSV Burgdorf (24 Punkte) spätestens nach dem Abpfiff wohl endgültig der Vergangenheit an.
So ist es beschlossene Sache, dass zum Ende der Saison die Fusion der beiden Landesligamannschaften zum neuen Verein Grün Weiß Burgdorf-Heeßel vollzogen wird. Das bedeutet, dass nur noch eine der beiden Mannschaften in der Landesliga spielen kann und eine in die Bezirksliga absteigen muss. Immer vorausgesetzt, dass weder der TSV Burgdorf noch dem Heesseler SV in dieser Saison nicht noch der Aufstieg in die Oberliga gelingt. Darauf deutet derzeit aufgrund der Tabellenkonstallation allerdings wenig hin.
Welche Bedeutung die Spielinstanzen dem Burgdorfer Derby beimessen, machen bereits zwei Entscheidungen deutlich. Um dem Verdacht einer möglichen Absprache zwischen beiden Vereinen aus dem Wege zu gehen, das Ergebnis den Erfordernissen des Meister- oder gar Abstiegskampfes anzupassen, hat Staffelleiter Thorsten Schuschel aus Hannover das Derby der beiden Fusionspartner zum Auftakt der Saison in der Landesliga und zu Beginn der Rückrunde terminiert. Auch wurde von Verbandsseite mit dem erst 23-jährigen Schiedsrichter Marius Schlüwe ein Senkrechtstarter der Schiedsrichtergarde berufen, der trotz seines jugendlichen Alters bereits seit über einem Jahr als Schiedsrichter Spiele in der Regionalliga leitet und damit zu den besten 200 Regelhütern des Deutschen Fußball-Bundes gehört.
Es sind also alle Voraussetzungen geschaffen, um das Burgdorfer Stadtderby über die Bühne zu bringen, so dass nur der Wettergott der Auseinandersetzung noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte.
„Ich gehe fest davon aus, dass die Begegnung stattfindet", zeigt sich Heeßels Trainer Niklas Mohs zuversichtlich, was die Austragung des Derbys am Sonntag betrifft. „Ein Derby hat für mich ohnehin einen besonderen Reiz. Zumal unser Spiel wohl die letzte Auseinandersetzung zwischen beiden Mannschaften sein wird“, so Niklas Mohs. Um so enttäuschter zeigte sich der Trainer des Heesseler SV über das Verhalten von gleich fünf Spielern seiner Mannschaft, die am Dienstag beim Training fehlten, weil sie den Besuch des Länderspiels zwischen Deutschland und Holland vorzogen, das dann aus den bekannten Gründen doch nicht stattfand. „Für mich ist solch ein Verhalten meiner Spieler nicht nachvollziehbar, eine dringend notwendige Trainingseinheit vor einem Derby sausen zu lassen, nur weil ein Länderspiel stattfindet, wo ich als Zuschauer dabei sein möchte“, zeigte sich Heeßels Trainer ziemlich ungehalten über die Entscheidung seines Quintetts. Auf die Frage, ob das Fernbleiben beim Training zu möglichen Konsequenzen führen würde, was die Anfangsaufstellung betrifft, wollte sich Heeßels Trainer noch nicht äußern. „Darüber muss ich mir noch meine Gedanken machen", kündigte Heeßels Trainer an, der zugab, dass die bisherige Saison noch nicht so verlief, wie er sich dies gewünscht hätte.
„Wir haben zwar unser Spielsystem auf 4-2-3-1 umgestellt, doch dürfte dies nicht allein dafür entscheidend sein, dass wir nach der Aufgabe unserer bisherigen sportlichen Heimat in Heeßel vor allem zu Hause nur elf von möglichen 21 Punkten geholt haben“, sagte Niklas Mohs. „Was uns viel mehr zu schaffen macht, ist der Weggang unserer drei Leistungsträger Nick Poelmeyer, Fabian Hellberg und Christoph Baumann. Diesen Verlust konnten wir durch unsere jungen Nachwuchsspieler bisher noch nicht kompensieren“, glaubt Niklas Mohs, der aber davon überzeugt ist, dass die Rückrunde für seine Mannschaft erfolgreicher sein wird als die Hinrunde. Den Beweis gilt es nun bereits am Sonntag in die Tat umzusetzen.
Weitaus gelassen sieht hingegen Trainer Diego de Marco von der TSV Burgdorf auf der eigenen Anlage der Auseinandersetzung mit dem künftigen Fusionspartner entgegen. „Wir konnten in den bisherigen Spielen die Erwartungen mehr als erfüllen. So auch beim 2:2 im Hinspiel gegen den Heesseler SV“, fügte Burgdorfs Trainer hinzu, der zu Recht noch einmal darauf hinwies, dass seine Mannschaft ihr Soll als derzeitiger Tabellensechster mit Tendenz nach oben bisher gerecht wurde. „Wir haben immer wieder betont, dass es unser Ziel ist, am Ende einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen. Diese Vorgabe konnte meine Mannschaft bisher mehr als erfüllen“ stellte Diego de Marco nicht ohne Stolz fest.