Ein Gang durch zwei Jahrhunderte Fahrradgeschichte

Walter Euhus (2.v.l.) führte durch die „Fahrradwelten“. (Foto: VVV)

Walter Euhus führte durch die „Fahrradwelten“

BURGDORF (r/jk). In der neuen vom VVV und der Stadt Burgdorf gezeigten Ausstellung der Radfahrgalerie Burgdorf, die den Titel „Fahrradwelten – von der Laufmaschine bis zum E-Bike“ trägt und mit einer kurzen Unterbrechung bis zum 23. Juni im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) läuft, gibt es etliche fahrradhistorische Anschauungsobjekte erster Güte zu entdecken, die die Entwicklungsstadien der Fahrradgeschichte widerspiegeln. Kurz nach der Ausstellungseröffnung nahmen zahlreiche Besucher die Gelegenheit wahr, mit dem ehemaligen Leiter der Radfahrgalerie, Walter Euhus, zu einem Rundgang durch die fahrradgeschichtliche Schau im oberen Stockwerk des Stadtmuseums aufzubrechen.
Euhus, der die Radfahrgalerie in jahrelanger Sammlertätigkeit aufbaute und 2013 an den Förderverein Stadtmuseum veräußerte, wusste mit großer Sachkenntnis und Begeisterung wissenswerte Hintergrundgeschichten über die sich in unterschiedlichsten Versionen präsentierenden Zweiradkonstruktionen der „Fahrradwelten“ zu berichten. Unter welchen Umständen entstand das erste Fahrrad? Was zeichnet ein Hochrad aus? Wie verlief die weitere Geschichte des Fahrradbaus? Diesen Fragenkomplexen widmete Euhus seine Aufmerksamkeit. So erfuhren die Führungsteilnehmer, dass dem adligen Erfinder Drais von Sauerbronn die Entstehung eines ersten fahrtüchtigen Zweiradmodells im Jahr 1817 zu verdanken war. Euhus schilderte, dass diese Version sich nicht durchsetzen konnte. Erst langjährige Versuche zweier englischer Tüftler hätten zur Entstehung eines technisch ausgereiften Hochrades geführt, auf dem es seit 1871 möglich war, größere Strecken zurückzulegen. 1884 schlug die Geburtsstunde des Niederrades als Prototyp des Fahrrads in seiner heutigen Erscheinungsform. Im weiteren Führungsverlauf schlossen die Teilnehmer Bekanntschaft mit weiteren, in der technischen Ausstattung kontinuierlich verbesserten Fahrradoldtimern aus dem 20. Jahrhundert und näherten sich mit dem E-Bike dem bisherigen Höhepunkt der fahrradtechnischen Entwicklung.
Die „Fahrradwelten“ sind sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr im Stadtmuseum zu sehen. Für Führungen, die auch innerhalb der Woche liegen können, ist VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich der Ansprechpartner.