Drei Jazzstars der Sonderklasse spielen im Februar in Burgdorf

Lila Ammons (Mitte) mit Axel und Torsten Zwingenberger. (Foto: Jazzfreunde Altkreis Burgdorf)

Boogie-Pianist Axel Zwingenberger wird seinem Instrument fesselnde Töne entlocken

BURGDORF (r/jk). Für Kenner, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen, bietet der Kulturverein Jazzfreunde Altkreis Burgdorf, jetzt Eintrittskarten für ein Event am 4. Februar 2012, 20 Uhr, an. Boogie-Meister Axel Zwingenberger und Bruder Torsten (Spitzen-Drummer) treffen im Veranstaltungszentrum Burgdorf, Sorgenser Straße 31, mit Lila Ammons zusammen. Ab 18.30 Uhr gibt es eine Jazz-Speisekarte. Der Gig wird unterstützt von der Stadtsparkasse Burgdorf. Karten gibt es für 19 Euro im Vorverkauf beim Baumgarten Büromarkt, Vor dem Celler Tor 9, Burgdorf; Zigarrenhaus Witt, Burgdorfer Str. 38, Lehrte; Bücherstube Veenhuis, Iltener Str. 28, Lehrte; Kiosk & Lotto im E-Center, Zuckerpassage, Lehrte; Schüler, Bürobedarf, Uetze, am Kreisel, und per E-Mail: jazzfreunde-burgdorf@online.de.
Es wird Stuhlreihen und 10er-Tische geben. Wer einen kompletten Tisch reservieren möchte, muss vorher 10 Karten kaufen und braucht nur 9 bezahlen. Dieses Angebot gilt nur bei Paul Rohde (Tel. 05136/893800) und per E-Mail.
Wilde Expeditionen über die Tasten, sehnsuchtsvolle Bluesklänge und verspielte Swingrhythmen: Boogie-Pianist Axel Zwingenberger entlockt seinem Instrument Töne, die fesseln. Seinen ganz persönlichen Stil formten Tourneen und Aufnahmesessions mit Größen wie Big Joe Turner, Lionel Hampton und Champion Jack Dupree. Mit seiner Musik machte der Autor diverser Publikationen über Boogie und dessen Musiker die fast schon vergessen geglaubte afro-amerikanische Volksmusikform besonders in Mitteleuropa wieder populär.
Schon als Kind bekam er alte Platten von Albert Ammons (dessen Enkelin Lila nun mit in Burgdorf gastiert), Meade Lux Lewis und Pete Johnson in die Finger und fasste einen Entschluss: „Ich wusste nicht, dass man so Klavier spielen kann und von der Stunde an wollte ich nichts anderes als dieses zu erlernen.“
Inzwischen ein Weltstar kann Zwingenberger aus dem Erfahrungsschatz tausender Auftritte weltweit schöpfen. Seine humorvolle Moderation und die sympathische Nähe der Boogie Brothers zum Publikum erfüllen die Säle immer wieder mit Begeisterung. Rollende Bässe, die Dynamik eines fauchenden Eisenbahnzuges. Sehnsuchtvolle Bluesklänge, die ferne Erinnerungen heraufzubeschwören scheinen. Das Publikum ist in den Bann gezogen. Ein Mann am Flügel, begleitet von seinem in Berlin wohnenden Bruder Torsten am Schlagzeug, nur eine scheinbar einfache Musik, und vielleicht gerade deshalb faszinierend.
Jazzfreunde-Vorsitzender Paul Rohde: „Man muss ihn selbst erlebt haben, um zu begreifen, warum gerade dieser Pianist zum Weltstar wurde, warum das Publikum ihn liebt und seine Kollegen ihn als Vorbild verehren. Dabei ist Axel immer ein bescheidener Mensch geblieben, der sich gern mit seinem Publikum in der Pause unterhält, Autogramme gibt und über seinen neuen sensationellen Bildband »Vom Zauber der Züge« plaudert.“
Torsten Zwingenberger entwickelte eine virtuose und anspruchsvolle Schlagzeugtechnik, die er „Drumming 5.1“ nennt: Er spielt mit mindestens fünf Fußmaschinen - zeitweise simultan, da er auch die Fersen einsetzt. Beidhändig spielt er „open-handed“ und nutzt bis zu drei Trommelstöcke. Dabei gebraucht er beide Enden mit der „Twineffekt-Technik“, die extrem schnelle Schlagfolgen ermöglicht. Dazu werden unterschiedliche Percussioninstrumente angeschlagen und so verschiedene miteinander engmaschig verflochtene Rhythmuslinien erzeugt.
Lila Ammons ist die Enkelin des charismatischen Boogie Woogie-Pianisten Albert Ammons und die Nichte des Tenorsax-Giganten Gene Ammons aus Chicago. Als erfolgreiche Opernsängerin war sie jahrelang auf amerikanischen und europäischen Bühnen zu bewundern. Doch dann wandte sie sich einer für sie bis dahin im Dunkeln liegenden Musikwelt zu. Sie wandte sich schrittweise dem Jazz und Blues zu und ersang sich großen Respekt. Axel Zwingenbergers Initiative ist es zu verdanken, dass sich Lila des hundertsten Geburtstages ihres berühmten Großvaters bewusst wurde, und so entstand die begeistert aufgenommene Idee zu seinen Feierlichkeiten, die sie 2007 organisierte. Für Lila hat sich die Welt des Jazz und Blues eröffnet, an welcher sie teilnimmt und dadurch die Möglichkeit erhält, das herausragende Erbe ihres Großvaters würdevoll zu vertreten.
Der Burgdorfer Jazzclub erwartet drei Stars der Sonderklasse zu einem wahren Event.