Diözesanversammlung des Kolpingwerkes in Burgdorf

Heinz-Peter Miebach und Petra Riechert beglückwünschen Johannes Ebbersmeyer (v.l.) zur Beauftragung als Geistlicher Leiter der Kolpingjugend. Foto: Georg Bosse

Bei der Digitalisierung einer Entmenschlichung entgegenwirken

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Am vergangenen Samstag konnte der Diözesanvorstand des Kolpingwerkes Hildesheim, Andreas Bulitta, gut 300 Kolpingbrüder und -schwestern, den Vize-Regionspräsident Michael Dette, den Sonderstaatssekretär für Digitalisierung im niedersächsischen Wirtschaftsministerium Stefan Muhle, Superintendentin Sabine Preuschoff für die Ökumene sowie die zwei stellvertretenden Burgdorfer Bürgermeister, Simone Heller und Matthias Paul, zu seiner Versammlung im StadtHaus begrüßen. Ein besonderes Willkommen galt den Jahrespraktikanten im Kolpingwerk Cecilia Santos aus Brasilien und Daniel Alcoba aus Bolivien.
Mit einem „Impuls“ führte die Geistliche Leiterin des Kolpingwerkes, Petra Riechert, in das das Treffen beherrschende Thema „Digitalisierung“ ein: „Natürlich brauchen wir Innovationen, Fortschritt und Digitalisierung, aber der Mensch ist als soziales Wesen geschaffen und gehört in die Mitte.“ Noch vor den Grußworten der Gäste und dem Festvortrag „Die Auswirkungen der Digitalisierung für das tägliche Leben“ von Stefan Muhle, wurde Johannes Ebbersmeyer vom Diözesanpräses Heinz-Peter Miebach offiziell zum Geistlichen Leiter der Kolpingjugend beauftragt.
Sich mit einem Mausklick Waren an die Haustür liefern lassen, digitale Kommunikation rund um den Globus – der Einzug der zunehmenden Digitalisierung ins Privatleben und in die Arbeitswelt betrifft alle Branchen und sorgt für rasante Veränderungen. Stichwort: „Wirtschaft 4.0“. „Wir stehen erst am Anfang und für ein Ende sind keine Voraussagen möglich“, so Muhle, dessen Haus bis Sommer einen Masterplan vorlegen will, um Niedersachsen für die Digitalisierung fit zu machen. „Wir wollen und müssen in die digitale Infrastruktur für Stadt und Land investieren“, betonte der Sonderstaatssekretär. Bleibt zu hoffen, dass die Mahnung im Grußwort von Sabine Preuschoff, bei diesem Prozess einer „Entmenschlichung entgegenzuwirken“, nicht ungehört verhallt. Die Zivilgesellschaft müsse aktiv werden und sich für Datenschutz sowie für Bürger- Menschenrechte einsetzen, so Matthias Paul, und: „Dazu braucht es auch das Kolpingwerk als großen und bedeutenden katholischen Sozialverband.“
Das Kolpingwerk Diözesanverband Hildesheim umfasst ein Gebiet von Cuxhaven bis Hann. Münden sowie von der Weser bis zur Ostgrenze Niedersachsens. Der katholische Sozialverband ist in das Kolpingwerk Deutschland eingebunden. Aktuell gehören insgesamt rund 8.000 engagierte Mitglieder zum Diözesanverband Hildesheim, die in 134 Kolpingsfamilien organisiert sind. Zur Kolpingjugend zählen davon etwa 1000 junge Menschen.