„Die Zukunft der Jugend ist systemrelevant für die EU“

Anlässlich der DGB-Gesprächsrunde „Arbeit & Leben“ stellte sich Burgdorfs Europaabgeordneter Bernd Lange (SPD; l.) den Fragen zur Brüsseler Politik von Gastgeber Manfred Scheller (Hänigsen; r.). (Foto: Georg Bosse)

Europaparlamentarier Bernd Lange (SPD) zu Gast beim DGB-Ortsverband Burgdorf/Uetze

BURGDORF/UETZE (gb). Auf Einladung von Manfred Scheller (Hänigsen) vom DGB-Ortsverband Burgdorf/Uetze war am vergangenen Samstag der Sozialdemokrat und Burgdorfer Europaabgeordnete Bernd Lange zu Gast im SPD-Bürgerbüro in der Schlossstraße.
Die DGB-Gesprächsrunde „Arbeit & Leben“ zu Fragen wie beispielsweise „Ist die Eurokrise überwunden?“ oder „Warum sollen wir als Arbeitnehmer zur Europawahl gehen?“ (25. Mai) fand erstmalig in den Räumlichkeiten der Burgdorfer SPD statt.
Die erste Frage beantwortete Lange mit einem eindeutigen Ja. „Aber es bleibt, die Banken und die Finanzwirtschaft an die Leine zu legen. Ferner müssen die staatlichen Finanzen der südlichen EU-Krisenländer durch Steuergerechtigkeit und durch eine positive Einnahmesituation deutlich verbessert werden“, so der EU-Parlamentarier. Gerechtigkeit? - ein gerechteres Europa sei schon immer das Ziel der europäischen Sozialdemokraten gewesen und dafür brauche es eine möglichst hohe Zustimmung bei den Europawahlen in knapp drei Monaten, machte Bernd Lange Werbung für den Urnengang Ende Mai dieses Jahres sowie für die Kommissionspräsidentschaft von Martin Schulz (SPD) als Nachfolger des konservativen Portugiesen José Manuel Barroso.
Das zentrale Zukunftsthema ist und bleibt die Jugendarbeitslosigkeit in den europäischen Mitgliedstaaten, die nach Worten Langes durchschnittlich rund 25 Prozent beträgt: „Erfreuliche Ausnahmen bilden dabei lediglich Deutschland, Österreich und die Niederlande. Wir wollen nach österreichischem Vorbild, dass in Europa Jugendliche nicht länger als vier Monate ohne Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse sind. Denn die Zukunftsperspektive der Jugend ist systemrelevant für die EU.“
Von folgenschwerer Bedeutung ist auch die Fragestellung nach möglichen EU-Beitritten der Türkei sowie der gegenwärtig politisch und gesellschaftlich erschütterten Ukraine. „Ein Beitritt Kiews ist vorerst völlig ausgeschlossen. Die Türkei erfüllt zwar die wirtschaftlichen EU-Vorbedingungen, jedoch nicht die rechtsstaatlichen Anforderungen. Deshalb ist ein Beitritt der Türkei auch in absehbarer Zeit kein Thema“, erklärte Bernd Lange.