Die Große Koalition wurde deutlich abgewählt

„Die gute Nachricht ist, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt“, freuten sich Armin Pollehn und Mirco Zschoch (v.l.). Foto: Georg Bosse
 
Jetzt in die Opposition und dann „Mehr Demokratie wagen“. Matthias Paul und Gerald Hinz auf dem Roten Sofa im „Jürgen-Rodehorst-Haus“. Foto: Georg Bosse
Burgdorf: Georg Bosse |

In Berlin wird jetzt am „Jamaika“-Bündnis „gemerkelt“

BURGDORF/UETZE (gb). Dramatische Stimmenverluste für die CDU/CSU und für die SPD. Dazu allgemeines Entsetzen über den Stimmenanteil der rechtspopulistischen AfD, die mit knapp 13 Prozent erstmals in den Bundestag einziehen wird. Ein gelungenes Comeback auf Bundesebene feierte die FDP. Und die Bündnis/Grünen sowie Die Linke bleiben erwartungsgemäß im Berliner Parlament. Die Union mit Kanzlerin Angela Merkel bleibt stärkste politische Kraft und ist somit aufgefordert die neue Regierung zu bilden.
Weil der gescheiterte Merkel-Herausforderer Martin Schulz (SPD) nach der krachenden Niederlage die Große Koalition (GroKo) für beendet erklärte und ankündigte in die Opposition zu gehen, bleibt für die künftige Regierungsbildung wohl nur noch die Möglichkeit eines so genannten „Jamaika“-Bündnis` aus CDU/CSU, FDP und Bündnis `90/Grüne.
Wie fielen die Reaktionen kurz nach den ersten Hochrechnungen bei den Burgdorfer Christdemokraten, bei den Grünen und der FDP sowie bei der SPD aus?
„Das Ergebnis ist für uns erst einmal enttäuschend. Die gute Nachricht ist aber, dass Angela Merkel ihre Kanzlerschaft fortsetzen kann und die CDU stärkste politische Kraft bleibt. Erschreckend ist der hohe Stimmenanteil der AfD, mit der wir uns jetzt stark und konsequent inhaltlich auseinandersetzen müssen. Der AfD hat die hohe Wahlbeteiligung geholfen. Ferner freuen wir uns, dass die FDP wieder dabei ist. Der Wählerwille hat keine GroKo mehr gewollt. Nun müssen sich CDU/CSU, die FDP in die Grünen zu einem schwierigen „Jamaika“-Bündnis zusammenraufen“, so die Analysen von Parteichef Armin Pollehn und vom Ratsfraktionsvorsitzenden Mirco Zschoch.
Fabian Heller, Ortsverbandvorsitzender Bündnis `90/Grüne, teilte mit: „Wir freuen uns über das grüne Ergebnis. Wir haben in Burgdorf einen engagierten Wahlkampf geleistet und konnten viele Wähler/innen erreichen. Bestürzt sind wir, dass die AfD mit einem so deutlichen Ergebnis in den Bundestag einziehen wird.“
„Die Freien Demokraten sind zurück im Bundestag! Das war unser Ziel und dafür haben wir intensiv gearbeitet. Mit Gregorios Aggelidis und Ulla Ihnen hat die Region zwei starke liberale Stimmen in Berlin. Das niederschmetternde Wahlergebnis der SPD und die Stärke der AfD machen uns Sorgen. Die FDP will unser Land ideenreich und konstruktiv gestalten – ob in der Opposition oder in Koalitionen“, erklärte der FDP-Ortsverbandvorsitzende Burgdorf/Uetze, Mario Gawlik (Schillerslage).
Die Burgdorfer Sozialdemokraten/innen nahmen das „katastrophale Ergebnis“, so Fraktionsvorsitzender Gerald Hinz in ihrer Parteizentrale „Jürgen-Rodehorst-Haus“ ernüchtert zur Kenntnis. „Die Burgdorfer SPD unterstützt die Entscheidung von Martin Schulz, in den kommenden vier Jahren Opposition zu machen. Die hohe Zustimmung, davon gut 60 Prozent Protestwähler, für die AfD ist erschreckend. Im Osten fühlen sich viele Menschen abgehängt und haben den Glauben an die „großen“ Parteien verloren“, kommentierten Hinz und der stellvertretende Bürgermeister Matthias Paul.