Die CDU ist in Burgdorf vorn – SPD ist der Wahlsieger in Uetze

Im Schulzentrum Uetze herrschte „stetiger Betrieb“ im Wahllokal. (Foto: Dana Noll)
 
„Auf die Plätze...“, um 18 Uhr standen die Wahlhelfer im Uetzer Rathaus in den Startlöchern zur Auszählung der Briefwahlsendungen. (Foto: Dana Noll)

Kopf-an-Kopf-Rennen in Burgdorf entschied ganz knapp die CDU für sich

BURGDORF/UETZE (r/jk). In Burgdorf war Zittern bis zum Schluss angesagt. SPD und CDU rangelten bis 23.10 Uhr um den Spitzenplatz, dabei hatten die Genossen die Nase leicht vorn. Heeßel war der letzte Ortsteil, der die Ergebnisse der Auszählung präsentierte und damit das „Zünglein an der Waage“. Und hier kam es zum Wechsel in der Spitzenposition: Die CDU „überholte“ die SPD mit nur 125 Stimmen! Damit lag sie mit 30,9 Prozent vor der SPD mit 30,6 Prozent. Trotz allem mussten beide Parteien, SPD (-8,7 Prozentpunkte) und CDU (-2,8 Prozentpunkte) gegenüber der vergangenen Wahl erhebliche Verluste hinnehmen. Ebenso wie Die Grünen, die 2011 noch bei 13,5 Prozent lagen und nun mit 9,6 Prozent abschlossen. Die FDP kam auf 6,3 Prozent, die Linke auf 6,4 Prozent, die Piraten sackten unter die 1 Prozenthürde (0,9 Prozent) und die WGS legte leicht zu und kam auf 6,1 Prozent. Die AfD kam in Burgdorf auf 9,3 Prozent. Somit sitzen nun jeweils 11 Mitglieder der SPD sowie der CDU im Stadtrat, Grüne und Afd haben je vier Sitze sowie Linke, FDP und WGS je zwei Sitze.
„Wir haben bis zuletzt gefiebert. Nun heißt es auf die anderen Parteien aber auch auf die „abgewanderten“ Wähler zuzugehen“, so Ahmet Kuyucu von der SPD Burgdorf.
In der Gemeinde Uetze wurden 26.251 gültige Stimmen gezählt, von denen 41,4 Prozent auf die SPD fielen – ein leichter Verlust von 1,7 Prozentpunkten zu 2011. Trotzdem lagen die Genossen klar vor der CDU mit 35,3 Prozent, die zur Vorwahl 3,2 Prozentpunkte zulegten. Die Grünen kamen auf 9,6 Prozent, die FDP erreichte 3,2 Prozent, GFE 3,5 Prozent, FWK 3 Prozent und der unabhängige Ratsherr Oliver Wempe kam auf stolze 3,8 Prozent. Für den Gemeinderat kandidierten insgesamt 68 Bürger, die SPD stellte mit 32 Kandidaten die größte Gruppe.
Bei den Ortsratswahlen in Burgdorf setzte sich in Otze die CDU mit 51,2 Prozent deutlich vor der SPD (38,4) und den Linken (10,4) durch. In Ramlingen-Ehlershausen gewann die SPD mit 51,8 Prozent vor der CDU mit 38,2 Prozent und der FDP mit 10,0 Prozent. In Schillerslage gelingt der WGS mit 44,5 Prozent knapp der Sieg vor der CDU (42,2) und der FDP (13,2).
Bei den Wahlen zu den Ortsräten in der Gemeinde Uetze setzte die CDU auf Marion Gellermann in Dedenhausen sowie die Ortsbürgermeister Eike Dralle (Schwüblingsen) und Andreas Staas (Obershagen), die ihr Amt verteidigten. In Altmerdingsen war Reinhard Degotschin (WGA) vorn, in Dollbergen Till Schumann (SPD), in Eltze Hans-Hermann Brockmann (GFE), in Hänigsen Norbert Vanin (SPD) und in Uetze Einzelbewerber Oliver Wempe. In Katensen stellten sich SPD und die Freie Wählergemeinschaft der Wahl zum Ortsrat. Der Kandidat Olaf Reese (FWK) bekam die meisten Stimmen. Der viertjüngste aufgestellte Kandidat, Versicherungsfachwirt Stefan Möbius, Baujahr 1988, schlug sich gut mit 15,3 Prozent der Wählerstimmen.
Erst um 1.55 Uhr waren alle 1.137 Wahlbezirke ausgezählt und auch das Ergebnis zur Regionsversammlung stand fest: Mit 31,2 Prozent ist die SPD Wahlsieger und liegt damit vor der CDU mit 29 Prozent. Dennoch gibt es für die Genossen wenig Grund zum Feiern, denn mit den Grünen, die 13,6, Prozent der Stimmen holten, reicht es nicht für eine Mehrheit. Abgeschlagen die FDP mit 5,4 Prozent und die Linke mit 4,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,6 Prozent und damit unerheblich höher als in 2011. Die AfD knackte die zweistellige Grenze mit 10,1 Prozent.
In Burgdorf gelang ihr das nicht. Mit 9,3 Prozent blieb das Ergebnis einstellig. Dennoch zeigten sich viele Kommunalpolitiker entsetzt über das Ergebnis auf Regionsebene. „Ich bin sehr froh, dass die AfD für Rat und Ortsrat in Uetze keine Kandidaten aufgeboten haben", so Uetzes SPD-Chef Rudolf Schubert. „Eine gute Sozialstruktur, die Projekte mit Bürgerbeteiligung anbietet, könnte erklärend in Uetze sein, dass sie in der Gemeinde nicht antraten“, so Werner Backeberg, Bürgermeister der Gemeinde Uetze. Insgesamt schlossen die Rechtspopulisten bei den Kreistagswahlen in Niedersachsen sehr unterschiedlich ab, ländlich teilweise kaum wahrnehmbar, punkteten sie stark im städtischen Raum und vor allem im Osten Niedersachsens.