Die Burgdorfer feierten mit der Schützengesellschaft

Die neuen Könige des Jahres 2016 präsentieren sich auf der Rathaustreppe. (Foto: st)

Gute Stimmung, würdige Könige, aber ein kleiner Besucherrückgang

BURGDORF (st). Zapfenstreich, Weckrufe der Geneiter, Deutschlandlied, Königsessen, Proklamation der Majestäten, Kreiskönige des Kreisschützenverbandes, Spielmannszüge und Fanfarenzüge, Germane, Junggesellen und Aue Rosen, Festumzüge und Fassbieranstich – es gibt viele Schlagworte und Programmpunkte, die nur in einer Zeit in Burgdorf mehrfach genannt werden. Sie alle sind Kennzeichen, dass es um das größte Burgdorfer Fest geht, das Volks- und Schützenfest. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit und die Festlichkeiten über vier Tage hatten viele Facetten.
Das Burgdorfer Schützenfest hat eine mehr als 400-jährige Tradition und ist ein fester Bestandteil des geselligen Lebens in Burgdorf. In den vergangenen Jahren versuchte die Burgdorfer Schützengesellschaft von 1593 e.V. immer mehr und erfolgreich die Nähe zum Volk zu suchen und das Fest, sowie die Abende im Festzelt, attraktiver zu machen. Im vergangenen Jahr wurde der Freitag mit der Attraktion eines Helene Fischer Doubles Anziehungspunkt für viele junge Erwachsene. In diesem Jahr war es ein Roland Kaiser Double, aber leider war das Festzelt nicht so gut besucht, denn die hohen Temperaturen und die Ferienzeit sorgten wohl für weniger Besucher.
Dafür war die Tanzfläche am Sonnabend voll und auch am Sonntag säumten viele Zuschauer die Straßen beim großen Festumzug. Neben den traditionellen Punkten beim Ablauf des Festes, wie dem Königsschießen, dem Kreiskönigsschießen, den Festumzügen oder den vielen Programmpunkten wurde viel für Volksnähe und Attraktivität getan. Das wirkte sich positiv aus. Die Stimmung an den Festabenden im Festzelt war unter allen Beteiligten klasse.
Nach dem Zapfenstreich am vergangenen Donnerstag (Bericht im MARKTSPIEGEL) ging es am Freitag mit der guten alten Tradition weiter, nach dem Schützenumzug den Auflage- und einen Freihandkönig auszuschießen. Das war wieder eine spannende Geschichte, denn erst um 16 Uhr standen die Titelträger fest, wurden mit viel Applaus bekanntgegeben und anschließend mit der Königsscheibe nach Hause gebracht. In diesem Jahr schafften es zwei schwarze Schützen, also aus den Korporationen Germanen und Junggesellen, die Gewinner zu stellen. Freihandkönig wurde Louis Philipp Muhle von den Germanen mit einem 112,8 Teiler-Schuss und Auflagekönig Detlef Rode von den Junggesellen mit 237,6 Teiler, die beide erstmals den Titel holten.
Die weiteren Majestäten des Burgdorfer Schützenfestes wurden dann am Freitagabend proklamiert. Damenkönigin 2016 ist Rhona Simanowsky von den Schützendamen, die mit einem 125,8-Teiler die Königskette erhielt. Bei den Jungschützen sicherte sich Silvana Böhmecke den Titel und ist Jungschützenkönigin der Burgdorfer Schützengesellschaft. Volkskönig wurde Ingo Bähre, der Vater der neuen Kinderkönigin Leah Sophie Bähre, der sich die begehrte Volkskönigsscheibe mit dem Motiv der Buchhandlung Wegener mit einem starken 74,4-Teilerschuss sicherte. Leah Sophie wurde bereits am Wochenende vor dem Schützenfest als Kinderkönigin gefeiert und hatte am vergangenen Donnerstag beim Kindernachmittag ihren großen Tag.
Bei der Proklamation im Festzelt konnten die Majestäten ihre Gewinne aus der Hand von Schützenchef Jörg Hoppe und der 1. Schießsportleiterin Silke Hartung entgegennehmen. Danach wurde im Festzelt eine zünftige Party mit dem Höhepunkt „Roland Kaiser Double“ bis tief in die Nacht gefeiert.
Das Kreiskönigsschießen am Sonnabend sorgte in diesem Jahr wiederum mit 125 Teilnehmern für eine großartige Beteiligung und fairen Schießsport im Schützenheim Burgdorf. Dementsprechend war das Festzelt zur Bekanntgabe und anschließendem Kreiskönigsessen gut gefüllt und der Präsident des Kreisschützenverbandes, Werner Bösche, führte souverän durch das Programm.
Der vergangene Sonntag stand dann ganz im Zeichen des großen Festumzugs aller Schützen, der Gästevereine mit ihren Kreiskönigen, den vielen Musikgruppen und den Burgdorfer Majestäten. Bei idealem Marschwetter um die 22 Grad lockte der bunte Umzug viele Burgdorfer an die Straßen. Vor dem Umzug sorgten die Korporationen mit ihren lustig und ironisch dargebrachten Meldungen für Schmunzeln unter den Besuchern. Auch Kommandeur Rolf Hoppe musste einige Sprüche einstecken, denen er aber wie immer locker entgegnete.
Nach dem Marsch füllten die Fanfaren- und Spielmannszüge bei ihren Konzerten noch einmal das Festzelt. Dabei taten sich besonders die Tis Nix Wut Nix hervor. Zusammen mit den Wikingern und dem Feuerwehrmusikzug Burgdorf-Hänigsen sorgten sie für tolle Atmosphäre und ein Klangerlebnis von 120 Musikern.
Zumindest die heimischen Schützen hielten bis zum letzten Tanz vor dem Rathaus um 0 Uhr aus. Auch 2016 konnte das traditionelle Burgdorfer Schützenfest erfolgreich abgeschlossen werden und hat wieder gezeigt, dass das größte Burgdorfer Fest ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen und bürgerlichen Lebens in Burgdorf ist und besonders in diesem Jahr nicht nur ein Schützen-, sondern auch ein Volksfest war.