„Die älteren Geschwister – zum Verhältnis von Juden und Christen“

Abschluss der Ausstellung 200 Jahre Wiederaufbau der St. Pankratius-Kirche

BURGDORF (r/jk). Beim großen Brand im Jahr 1809 sind Synagoge und St. Pankratius-Kirche den Flammen zum Opfer gefallen. Das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde wurde bereits im Jahr 1811 durch einen Neubau ersetzt. Der Wiederaufbau der St. Pankratius-Kirche wurde im Jahr 1814 vollendet. Synagoge und Kirche bildeten damals eine Schicksalsgemeinschaft. Das waren und sind sie freilich nicht nur hinsichtlich der Brand- und Stadtgeschichte Burgdorfs, sondern in einem grundsätzlichen und unauflöslichen Sinne.
Der Jude Jesus, auf den Christen sich berufen, lebte im Glauben seines Volkes. Juden und Christen sind Verwandte, Glaubensverwandte. Die Kirche aber erklärte später die älteren Geschwister für enterbt. Dieser Hochmut zeitigte schreckliche Folgen für unendlich viele jüdische Menschen. Er vergiftete den Glauben der Christen. Erst nach dem grauenvollen Verbrechen des Holocaust brachen sich in der Christenheit eine neue Sicht und ein verändertes Denken Bahn.
Mit einem Vortrag zum Thema „Die älteren Geschwister – zum Verhältnis von Juden und Christen“ von Pastor i.R. Rudolf Bembenneck wird am Sonntag, 4. Januar, ab 15.00 Uhr die Geschichts-Ausstellung in der KulturWerkStadt, der ehemaligen Synagoge, beendet. An diesem Tag kann die Ausstellung ab 14.00 Uhr zum letzten Mal besichtigt werden.