DGB feierte den 1. Mai in Hänigsen

Die Hauptakteure der Maikundgebung in Hänigsen: v.l. Werner Backeberg, Alfred Baxmann, Michael Miethe und Matthias Miersch. (Foto: DGB Burgdorf-Uetze)
 
Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann prangerte an, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. (Foto: DGB Burgdorf-Uetze)

Stimmungsvolle und kämpferische Kundgebung auf dem Hänigser Pappaul

HÄNIGSEN/UETZE/BURGDORF (r/jk). Zum ersten Mal seit längerer Abwesenheit veranstaltete der DBG Ortsverband Burgdorf/Uetze seine Maikundgebung auf dem Pappaul in Hänigsen.
Die Kornhäuser Musikanten eröffneten die Kundgebung musikalisch. Pünktlich, kurz nach 11:30 Uhr, eröffnete der DGB Ortsverbandsvorsitzende Michael Miethe vor rund 200 Gästen die 1.Mai Kundgebung. In seiner Rede ging er auf die soziale Ungerechtigkeit bei der Rente ein und forderte ganz im Sinne des Mottos: „Die Rente muss für ein gutes Leben für alle reichen.“ Auch sprach er die Gefahr vom rechten Rand durch die AFD an. „Eine Partei, die Zwangsarbeit für Langzeitarbeitslose fordert, Ausländer abschieben möchte, die Grenze schließen will und einen Austritt Deutschlands aus der EU fordert, die sei für einen Gewerkschaftler nicht wählbar.“
Abschließend gab er noch eine Bitte an den Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch weiter, indem er ihn aufforderte, Martin Schulz darauf hinzuweisen, dass ALG 1 Empfänger auch jetzt schon für Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung stehen müssten, da ihnen sonst das ALG 1 gekürzt werde. „Da muss man nicht noch eine weiteres ALG, sogenannt ALG Q, einführen.“
Nachdem der DGB Vorsitzende seine Rede beendet hatte, trat der Uetzer Bürgermeister Werner Backeberg an das Mikro. Im Namen der Verwaltung und des Rates bedankte er sich für die Einladung zur 1.Mai Feier und wünschte den Kolleginnen und Kollegen alles Gute. Hauptthema in seiner Rede war die finanzielle Situation der Kommunen in Deutschland. „Man kann ja die schwarze Null in Berlin herunterbeten wie man möchte, aber die Kommunen saufen ab. Hier muss dringend Geld investiert werden, gerade in die Bildung und die Infrastruktur“, so Werner Backeberg. Ein großes Dankeschön ging nochmal an all die Ehrenamtlichen Helfer, die während der großen Flüchtlingskrise mitgeholfen hatten diese zu meistern.
Nach Werner Backeberg sprach der Burgdorfer Bürgermeister Alfred Baxmann – wie immer sehr kämpferisch in seinen Ausführungen. Er nahm sich vor allem die Börsenspekulationen zur Brust. Hierzu las er aus einem Presseartikel vor „Die Deutschen werden immer reicher“ und fragte gleich danach die Anwesenden, dass sie sich ja glücklich schätzen könnten, dass sie so reich sind. Er bedauerte, dass leider nur am Rande erwähnt wird, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander driftet.
Nach Alfred Baxmann betrat dann der Hauptredner Matthias Miersch die Bühne. Auch er bedankte sich für die Einladung und freute sich, dass so viele Menschen zur Kundgebung gekommen seien. Dies sei ja nicht mehr so selbstverständlich, da ja überall Festlichkeiten begangen werden. So muss der DGB ja auch in Hänigsen mit der Freibaderöffnung konkurrieren. Er forderte die Gewerkschafter auf, auch mal darauf hinzuweisen, dass es dem DGB zu verdanken sei, dass man am 1.Mai frei habe. Auch er ging in seiner Rede auf die wachsende rechtspopulistische Gefahr ein. Er finde es schlimm, dass eine Partei es nicht schafft, eine Person auszuschließen, die ein Mahnmal in der Hauptstadt Berlin als Mahnmal der Schande bezeichnet. „Ich stimme hier Martin Schulz zu. Die AfD ist eine Schande für Deutschland“, so Matthias Miersch.
Den DGB mahnte er an, die Diskussion um Arbeit 4.0 nicht von vornherein zu verteufeln. Man kann und muss dies auch als Chance für die Arbeitnehmer sehen. An die Adresse der Linkspartei gewandt, meinte er: „Es ist leicht, hier am Mikrofon zu stehen und zu fordern. Aber irgendwann muss man auch mal liefern oder man bleibe für immer in der Opposition.“
Auch stellte er seine 10 Antworten auf die heutige Zeit vor. In der Hauptsache betrafen diese die soziale Gerechtigkeit, „gleiche Arbeit, gleicher Lohn“, Arbeit 4.0, sichere Renten und ein zukunftsfähiges Deutschland.
Gegen 14:00 Uhr wurden dann die Gewinner des DGB Quiz gezogen. Die richtige Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ lautete: Karl Marx. Den 3. Platz (zwei Flaschen Sekt) gewann Friederike Emmelius aus Obershagen, den 2. Platz (Essengutschein vom Restaurant La Selina) ging an Anne Marie Weibel aus Uetze. Den 1.Preis (eine dreitägige Fahrt nach Berlin) gewann Horst Meyer aus Uetze. Der DGB bedankt sich bei Tarek Omar vom Restaurant La Selina und Cengiz Ersu vom EDEKA Markt Ersu für die bereitgestellten Preise und Spenden.