„Der ‘Sex-Appeal‘ der Museen ist unverschlissen“

Mitgliederversammlung des Fördervereins Stadtmuseum inmitten der Buckskinners-Ausstellung. (Foto: Förderverein Stadtmuseum Burgdorf)

Mitgliederversammlung des Fördervereins Stadtmuseum

BURGDORF (r/bs). „Wir haben uns in Burgdorf gegen ein monothematisches Museum entschieden und setzen diesen Weg mit mittlerweile zwei Museen erfolgreich fort. Zu deren Qualitätsanspruch gehören regelmäßig wechselnde Ausstellungen, die sich durch einen hohen Attraktivitätscharakter auszeichnen und Besucher unterschiedlichster Interessenlagen ansprechen“, unterstrich Bürgermeister Alfred Baxmann in der 17. Mitgliederversammlung des Fördervereins Stadtmuseum.
Das Jahrestreffen spielte sich inmitten von „Indianern, Trappern und Pionieren“ ab, die zurzeit das Stadtmuseum im Rahmen der „Buckskinners“-Ausstellung bevölkern. „Stadt-, kultur- und zeitgeschichtliche Themen erreichen eine gleich bleibend starke Resonanz mit jährlich über 30.000 Besuchern“, betonte Baxmann. „‚Der ‘Sex-Appeal‘ der Museen ist unverschlissen“, sinnierte der Bürgermeister. Er lobte den Ideenreichtum der Ausstellungsmacher, denen es immer wieder gelinge, ihre Vorstellungen auch in die Wirklichkeit umzusetzen.
„Als Museumsstandort steht Burgdorf in der Region einmalig da“, versicherte der Bürgermeister. Er erinnerte daran, dass das freiwillige ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des VVV und des Fördervereins Stadtmuseum zu den Fundamenten dieser Erfolgsgeschichte gehört.
Der finanzielle Aufwand, den die Stadt dabei zu tragen habe, sei minimal gegenüber dem kulturellen Mehrwert und der gelungenen Stadtpräsentation in der Region. „Nicht zu vernachlässigen ist die touristische Komponente, da viele auswärtige Besucher ihren Aufenthalt in der Stadt zu einem Tagesprogramm nutzen, auf dem auch die Museen stehen“, schloss der Bürgermeister.
Vorausgegangen war der Jahresrückblick des Fördervereins-Vorsitzenden Gerhard Bleich. Im Mittelpunkt der Aktivitäten standen die Ausstellungen in beiden Museen, unter denen sich die Schau über die Flüchtlinge und Vertriebenen in Burgdorf (2013) und die Lego-Ausstellung (2014) als echte Publikumsmagneten erwiesen haben. Weitere Tätigkeitsschwerpunkte seien die Aufwertung der erworbenen Radfahrgalerie Burgdorf sowie eine intensive Öffentlichkeits- und Jugendarbeit gewesen.
Bleich wies darauf hin, dass langfristig praktikable Lösungen für die zukünftige Unterbringung der musealen Archivbestände und neue Lagerräume für die Radfahrgalerie gefunden werden müssten. Deren Exponate sind zurzeit noch in der vor dem Abriss stehenden Gudrun-Pausewang-Grundschule untergebracht.
Der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Mollenhauer übernahm die Vorausschau auf das Ausstellungsprogramm des Jahres 2015. Unter den sieben Ausstellungen, die im Stadtmuseum zu sehen sind, ragen „Kaiser, Krieg und Revolution - Burgdorf und der 1. Weltkrieg" (23. Mai bis 16. August 2015) und "Die 1960er Jahre in Burgdorf" (28. November bis Februar 2016) heraus.
Horst Regenthal und Brunhilde Schmidt, Mitglieder des Projektteams, schilderten den bisherigen Vorbereitungsstand der Weltkriegsausstellung, die zeigt, welchen Niederschlag die Kriegsereignisse im Alltagsleben der Burgdorfer fanden. Das Programm in der KulturWerkStadt umfasst sechs Ausstellungen. Darunter befindet sich eine neue Schau der Radfahrgalerie Burgdorf, die den Titel trägt „Die Welt fährt Rad“ und vornehmlich mit Exponaten des Deutschen Fahrradmuseums Bad Brückenau bestückt ist (17. Januar bis 6. April 2015). Mit der Fotoausstellung „Stadtbilder – Burgdorf gestern und heute“ endet das Ausstellungsjahr in der KulturWerkStadt.
Dieter Heuns Vorstellung des von ihm und Heidi Rust verfassten Buches „Frédéric, mon amour“ – Das Tagebuch der Louise Rougemont“ prägte den letzten Teil der Mitgliederversammlung. Wie erlebten die Burgdorfer die Zeit von 1803 bis 1815, als sie – ausgelöst durch die auf das Kurfürstentum Hannover übergreifenden Napoleonischen Kriege – mit der mehrfachen Besetzung der Stadt durch fremdes Militär konfrontiert wurden? Wie Heun den Mitgliedern schilderte, bildete diese Frage den Ausgangspunkt ihres Buches, das den Untertitel „Burgdorf in der Franzosenzeit“ trägt.
Das spannende Buch ist käuflich zu erweben bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Str. 2, Buchhandlung Gillmeister, Marktstraße 54 und Wegeners Buchhandlung, Hannoversche Neustadt 25.