„Demokratie braucht Demokraten“

Caren Marks (l.) beim SPD-Frühlingsempfang in der Burgdorfer Parteizentrale vor einem „Frühlings“-Kunstwerk von Liane Langer (r.). (Foto: Georg Bosse)
 
Die Enkelin von Jürgen Rodehorst, Gitta Wüstenhofer, war Überraschungsgast auf dem SPD-Frühlingsempfang im Jürgen-Rodehorst-Haus. (Foto: Georg Bosse)

Caren Marks (MdB) zu Gast beim Frühlingsempfang der SPD Burgdorf

BURGDORF (gb). Die Parteizentrale des Burgdorfer SPD-Ortsvereins ist nach Jürgen Rodehorst benannt, der 1905 zu den Mitbegründern der ältesten politischen Kraft in der Auestadt gehörte. Am vergangenen Sonntag hatten nun die Sozialdemokraten/innen zum traditionellen Frühlingsempfang in ihr Jürgen-Rodehorst-Haus gebeten und sich dazu die Parlamentarische SPD-Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Caren Marks (MdB, Wedemark), eingeladen. Die Freude und Überraschung war allenthalben perfekt, als Ortsvereinsvorsitzender Ahmet Kuyucu neben dem Burgdorfer SPD-Europaabgeordneten Bernd Lange, der SPD-Landtagskandidatin Thordies Hanisch (Uetze/Eltze) und Parteifreund Rudolf Alker (Ehlershausen) als Regionsabgeordneten auch die Enkelin von Jürgen Rodehorst, Gitta Wüstenhofer aus Hannover/Hemmingen, begrüßen konnte. Und wie üblich wurde im Rahmen der Veranstaltung wieder eine Kunstausstellung, dieses Mal mit Aquarellen, Federmalerei und Mischtechniken von Liane Langer aus Burgdorf, zum Thema „Frühling“ eröffnet.
Die Demokratie ist in vielen Teilen der Welt unter Druck. Dazu sagte Ahmet Kuyucu: „Der türkische Präsident Erdoğan will mit dem bevorstehenden Verfassungsreferendum Recht und Gesetz aushebeln sowie die extremistischen Salafisten mit Hilfe der Demokratie das religiöse Gesetz des Islam, die Scharia, verbreiten.“
Die Stärkung der Demokratie und der Freiheit, der Menschenrechte und der Pressefreiheit zog sich anschließend auch wie ein roter Faden durch den Vortrag von Caren Marks. „Eine lebendige Demokratie braucht Demokraten“, zitierte Marks den ersten sozialdemokratischen Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Friedrich Ebert (1871-1925). Solche Demokraten seien in Deutschland die über 30 Millionen Menschen die sich beispielsweise in Feuerwehren und Flüchtlingsinitiativen, für Familien und in jeder Art von Vereinen ehrenamtlich engagieren. „Diese Menschen tragen wesentlich zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei und treten so auch der Hetze und den Hassbotschaften in den so genannten sozialen Medien entgegen. Diese Anfeindungen haben jedes Maß verloren“, so die Sozialdemokratin. Nicht nur die Demokratie, sondern auch das Friedensprojekt „Europa“ wird von innen wie von außen angegriffen. Allerdings macht Hoffnung, dass nach dem Brexit und der Wahl von Donald Trump mit der überparteilichen Bewegung „Pulse of Europe“ tausende EU-Bürger/innen in zahlreichen europäischen Städten friedlich für eine vereinte und demokratische Europäische Union (EU) auf Straßen sowie auf Plätzen demonstrieren und sprichwörtlich (blaue) Flagge zeigen.
„Das Jahr 2017 ist ein spannendes Landtags- und Bundestagswahljahr. Wir stehen vor politischen Herausforderungen und für mich als SPD-Politikerin ist klar, wofür ich kämpfen werde: Allen voran für mehr Gerechtigkeit, für Respekt und Solidarität sowie gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus, gegen Fremdenhass und Fundamentalismus“, gab sich Caren Marks wahlkämpferisch.
Zum Schluss noch ein Zitat, das Marks an das Ende ihrer Rede stellte. „Demokratie kann man keiner Gesellschaft aufzwingen, sie ist auch kein Geschenk, das man ein für alle mal in Besitz nehmen kann. Sie muss täglich erkämpft und verteidigt werden“, so Heinz Galinski (1912-1992), früherer Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland.