David gegen Goliath

Etwa 100 Ahltener und Lehrter Bürger zeigten sich interessiert an den Ausführungen des Vereins MegaLeise e.V. .

Verein Bürgerinitiative MegaLeise e.V. plant Klage gegen die Bahn

VON DANA NOLL

AHLTEN/LEHRTE. Mit vielen Fragen rund um eine geplante Klage gegen die Planfeststellung des MegaHub, kamen etwa 100 interessierte Bürger zur Informationsveranstaltung in das Landhotel Behre in Ahlten. Hier standen ihnen am vergangenen Donnerstagabend das Kernteam von „Bürgerinitiative MegaLeise e.V.“ Rede und Antwort. Darunter der Vorsitzende Dipl. Jur. Wolfgang Rottwinkel sowie Beisitzer Dipl. Ing. Maik Reiß als Sprecher für technische Fragen.
Für den neu-gegründeten Verein ist schnelles Handeln angesagt. Denn bis zum 16. Mai 2018 muss unter dem Dachverband Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V. (BVS) eine Klage - gegen die Genehmigung und für einen Lärmschutz - eingereicht werden. Dafür braucht es vor allem neue Mitglieder, spendenwillige Unterstützer und größere Sponsoren, die den Verein auf seinem rechtlichen Weg finanziell unterstützen. Etwa 7.000 Euro bis 12.000 Euro muss der Verein dafür in die Hand nehmen. Doch der Vorstand zeigte sich optimistisch. „Wir haben gute Chancen auf Erfolg, da verwaltungsrechtliche Fehler gemacht wurden. Ein Dorf, das zusammenhält kann das schaffen“, so der Vorsitzende Wolfgang Rottwinkel optimistisch.
Seine Hausaufgaben hat der Verein gemacht. Ausführlich schilderte Sprecher Maik Reiß die negativen Auswirkungen von dauerhaftem Lärm. Neben erhöhter Ausschüttung von Stresshormonen und Schlafstörungen ist auch Leistungsabfall in Schule oder Beruf möglich. „Die Studien belegen eindeutig, dass massiver Lärm negative Auswirkungen auf Körper und Psyche hat“, erklärt Reiß. Doch neben den gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurden auch Fragen zum Sinken des Immobilienwertes oder zur Verschlechterung der Wohnqualität laut. „Der MegaHub wird deutlich höher als ein gängiges Einfamilienhaus“, so Maik Reiß.
„Es ist nicht zu spät, es gibt noch Möglichkeiten. Der Megahub kommt, das ist klar, aber wie, das können wir noch regeln“, zeigt sich der Vorstand kämpferisch.
Und auch die Ahltener und Lehrter wollen die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen. Bereits im September 2016 hatten 1.000 Anwohner in 50 belastbaren Sachargumenten Einwendungen gegen die aktuelle Planung der DB Netz erhoben – keiner der Punkte wurde berücksichtigt! Das Eisenbahnbundesamt hat die 2. Planfeststellungsänderung „einfach durchgewunken, ohne die Einwände der Bürger zu berücksichtigen“, so Rottwinkel.
„Ziel ist es“, so erklärt der Vorsitzende, „einen aktiven Lärmschutz zu bekommen und damit die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Wir werden der Bahn erklären, was wir wünschen und was wir brauchen! Wir wissen, dass es ein bisschen so wie David gegen Goliath ist, aber wir sind entschlossen.“