Das traditionelle Martinsfest jährt sich zum 1.700 Mal

Burgdorfer Martinsumzug beginnt in St. Pankratius

BURGDORF (r/jk). Zum 1.700 Mal jährt sich am 11. November das Fest des heiligen Martin. Die Geschichte von der Teilung seines Mantels kennt heute jedes Kind. „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ oder „Ich geh mit meiner Laterne, und meine Laterne …“ – diese Lieder kennen viele Kinder und jährlich am 11. November werden sie gesungen, denn dann ist wieder Martinstag. So auch in Burgdorf. Der traditionelle Martinsumzug beginnt an diesem 11. November, einem Freitag, um 17 Uhr mit einer Andacht in St. Pankratius, vor dessen Portal wieder der heilige Martin hoch zu Ross die bunte Kinderschar erwartet. Der anschließende Laternenumzug führt dann zur St. Nikolaus-Pfarrkirche ins Lange Mühlenfeld. Bei Würstchen und Kinderpunsch klingt der Martinsumzug dann auf dem Kirchhof von St. Nikolaus aus.
Warum aber wird der Martinstag, der auch als Tag der Nächstenliebe und der Hilfsbereitschaft gilt, eigentlich gefeiert? Martin von Tours wurde im Jahr 316/317 geboren. So ganz genau weiß man es heute nicht. Mit 15 Jahren trat Martin in den Soldatendienst bei einer römischen Reiterabteilung in Gallien ein. 334 war Martin als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens in Frankreich stationiert. An einem kalten Wintertag soll ihm hier ein Bettler begegnet sein, der kaum etwas anhatte und fürchterlich fror. Die Menschen ignorierten den Bettler und wollten ihm nicht helfen.
Martin sah den armen Mann und beschloss, seinen Mantel mit dem Schwert in zwei Hälften zu teilen – die eine Hälfte gab er dem frierenden Mann. Mäntel sahen früher aus wie große Decken, die man sich einfach umlegen konnte. Ärmel oder so etwas gab es an den Mänteln nicht. Diese Mantelteilung symbolisiert bis heute die Wohltätigkeit des Heiligen Sankt Martin. In der darauffolgenden Nacht soll dem schlafenden Martin Jesus erschienen sein, der seinen halben Mantel trug. Jesus sagte zu den Engeln: „Martinus, der noch nicht getauft ist, hat mich mit diesem Mantel bekleidet!“ Als Martin am nächsten Morgen erwachte, stand für ihn fest, was er zu tun hatte. Für ihn war der Traum ein Zeichen, er wollte die Armee verlassen und sich ganz in den Dienst Gottes stellen. Was er dann auch tat. Martin wurde Priester und lebte zunächst als Einsiedler. Im Jahre 375 baute er in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutier. Dort fanden sich bald Gleichgesinnte, die mit ihm ein Leben in Einfachheit, Gebet und persönlicher Besitzlosigkeit lebten. Martin wurde als Ratgeber und Nothelfer bekannt.
Als ein neuer Bischof von Tours gesucht wurde, waren sich die Menschen schnell einig, dass es Martin werden sollte. Am 4. Juli 372 wurde er zum Bischof von Tours geweiht. Am 8. November 397 starb Martin im Alter von 81 Jahren in Candes, einer Stadt seines Bistums. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde er am 11. November in Tours beigesetzt. Im Gedenken an den heiligen Martin von Tours und sein wohltätiges Handeln Armen gegenüber feiern wir heute, an seinem Beisetzungstag, den Martinstag.