„Das Internet kann grausam wie ein Schulhof sein“

„smiley“-Sozialpädagoge Moritz Becker (r.). referierte in der Burgdorfer Gymnasium-Aula zum Thema „Whatsapp, Facebook und Instagram – was geht das uns Eltern an?“. (Foto: Georg Bosse)

Soziale Medien sind Herausforderungen für Eltern und Schule

BURGDORF (gb). Das Gymnasium Burgdorf wird Ende April und Anfang Mai Workshops in verschiedenen Klassen anbieten, bei denen das Erlernen einer konstruktiven Nutzung von sozialen Netzwerken im Vordergrund steht. Vorab war am vergangenen Montagabend Sozialpädagoge Moritz Becker von „smiley e.V.“ in der Aula des Gymnasiums zu Gast, um zum Thema „Jugendliche bei Whatsapp, Facebook und Instagram – was geht das uns Eltern an?“ zu referieren. Der Vortrag richtete sich vornehmlich an Eltern von Schülern der Jahrgangsstufen fünf bis neun.
„smiley“, der Verein zur Förderung der Medienkompetenz in Hannover, wurde 2005 aus der Erkenntnis heraus gegründet, dass Kinder und Jugendliche Medien anders nutzen, als es sich ihre Eltern (Erwachsene) vorstellen können.
Das „Fishing for Compliments“ war schon im pubertären Lebensabschnitt „Jugend“ heutiger Erwachsener (Eltern) bei ihrer Identitätssuche elementar. Die Kids und Jugendlichen nutzen dafür mit einer gehörigen Portion Neugierde und Unbekümmertheit die modernen Unterhaltungs- und Kommunikationsmöglichkeiten des Internets. Sie stellen Fotos und Videos von sich ins Netz und geben persönliche Details teils völlig unbedacht der ganzen Welt preis. Und das stellt die (Medien-)Erziehung im Elternhaus und in der Schule vor großen Herausforderungen. „Auf diese Weise stillen die Kinder und Jugendlichen ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Denn „Liken“ ist Anerkennung“, sagte Moritz Becker. Die „Gefällt-mir-Kultur“ bei Facebook und Instagram sei als Rückmeldung für ihre Orientierung sehr wichtig und kann stabilisierend sein, so Becker. Aber ausbleibende „Likes“ oder beleidigende und verletzende Kommentare sind häufig destabilisierend. „Das Internet kann grausam wie ein Schulhof sein“, machte Moritz Becker deutlich.