Das Fremde macht viel Freu(n)de, aber finanziell viele Sorgen

Bürgermeister Alfred Baxmann (Mi.) mit zwei weiteren Burgdorfer Ehrenamtskartenbesitzern: Jürgen Mindermann (Vorsitzender Prostatakrebs-SHG; l.) und Susanne Höhlich (BMGH). (Foto: Georg Bosse)

Ehrenamtskarten als „ideelle Anerkennung“ für Susanne Höhlich und Jürgen Mindermann

BURGDORF (gb). Mit Susanne Höhlich und Jürgen Mindermann haben am vergangenen Mittwoch zwei weitere unentgeltlich tätige Personen jeweils die Ehrenamtskarte Niedersachsen/Bremen erhalten. Bei der Überreichung dieser „ideellen Anerkennung“ immer wieder über den großen Facettenreichtum der Burgdorferinnen und Burgdorfer und ihr bürgerschaftliches Engagement zu erfahren, mache ihm viel Freude, so Bürgermeister Alfred Baxmann im Büro seines Amtssitzes „Alte Landratsvilla“ (Rathaus II). Denn ohne die Ehrenamtlichen wären die staatlichen und kommunalen Sozialstrukturen völlig überfordert.
Viel Freude bereitet Susanne Höhlich ihre ehrenamtliche Beschäftigung in der Flüchtlingsarbeit beim Burgdorfer Mehr-Generationen-Haus (BMGH). Als Teil einer gleichgesinnten Gruppe, mit der es nach ihren Worten „auch viel Spaß macht“, erteilt Susanne Höhlich Asylsuchenden und Flüchtlingen Sprachunterricht und leistet für ihre Schützlinge weitere praktische Hilfe: „Ich finde es spannend diesen Menschen zu helfen und sie dabei näher kennenzulernen. Das Fremde macht mit keine Angst, sondern viel Freude und Freunde.“
Mehr Sorgen als Freude dagegen bereitet Verwaltungschef Baxmann die aktuelle Notwendigkeit, in den Stadthaushalt zusätzlich satte 15 Millionen Euro für die Unterbringung der Asylsuchenden und Flüchtlinge einzustellen: „Wir werden in Zukunft mit gut 1000 Personen rechnen müssen“.
In Burgdorf gibt es mittlerweile 30 Selbsthilfegruppen (SHG). Jürgen Mindermann ist Mitbegründer und Vorsitzender des selbstorganisierten Burgdorfer Zusammenschlusses für Männer mit Prostataerkrankungen. Vor rund zehn Jahren selbst an Prostatakrebs erkrankt, war nach der Genesung die eigene Betroffenheit die Motivation zur Gründung der Prostatakrebs-SHG in der Auestadt. „Da war auch eine gehörige Portion Eigennutz dabei, denn ich wollte viel mehr über diese Krankheit lernen“, erklärte Mindermann. Sein „Eigennutz“ kommt nun zahlreichen Betroffenen zugute. Mit der Prostatakrebs-SHG wurde in den vergangenen Jahren ein weites Informationsnetz aufgebaut, das vielen betroffenen Männern sowie ihrem privaten Umfeld bei Fragen und Problemen Hilfestellung und Unterstützung anbieten kann.