„Da wohnt ein Sehnen tief in uns“

Henning Runne ist Pfarrer in der Kirchengemeinde Ahlten. (Foto: Kirchengemeinde Ahlten)

Von Pfarrer Henning Runne

„Hier. Ich hab’s gefunden“ – so oder so ähnlich klang es in vielen Gärten und Wohnungen. Kinder bei der Suche nach den Ostereiern. Die Suchbewegungen steigerten die Erwartungen – und dann der erlöste Ruf: „Hier. Ich hab’s gefunden!“. Strahlende Kindergesichter, voller Begeisterung und Lebensfreude. Das ist Ostern!
Und wir Erwachsenen? Welche Erwartungen bringen uns in Bewegung? „Da wohnt (doch) ein Sehnen tief in uns“ nach Glück und Freude, nach Freiheit und Frieden, nach Leben und Lebendigkeit, die nicht nur am Osterfest gespürt sein wollen. Nur scheinen unsere Suchbewegungen angesichts all der Schreckensnachrichten zu erstarren.
So ähnlich mag es auch den Freundinnen und Freunden Jesu gegangen sein. Doch dann der erlösende Ruf am 1. Osterfest: „Der Herr ist auferstanden!“ Die Auferweckung des Gekreuzigten aus dem Tod hat ihre Erstarrung gelöst. Mit der Auferstehungsbotschaft ist in ihnen etwas aufgebrochen, das dem Sehnen neuen Raum gibt.
Und so ist Ostern auch eine Herausforderung an uns. Wir können uns auf die Suche machen – nicht nur auf die Suche nach den versteckten Ostereiern, sondern mitten in dieser Welt nach den Zeichen des Neuen. Denn Ostern geschieht auch heute – jeden Tag. Ostern ist mitten unter uns. Überall dort, wo sich etwas zum Guten wendet, geschieht Auferstehung. Wo Hoffnungslosigkeit sich wandelt in Zuversicht, wo jemand Mut bekommt, wo jemand Trost erfährt, wo Menschen sich einsetzen für Menschenwürde, wo Leben neu beginnen kann, da ist Auferstehung, da erfüllt sich unser Sehnen. Das ist Ostern.