Burgdorfer Pfarrer Martin Karras ist wieder im Amt

Pfarrer Martin Karras hat nach überstandener Krebserkrankung erstmals wieder eine Predigt in St. Nikolaus gehalten. In einer bewegenden Rede dankte er für die vielen tröstenden Worte und die große Unterstützung. (Foto: Wolfgang Obst)

Bewegende Predigt nach überstandener Krebserkrankung

BURGDORF (r/jk). Nach über einem Jahr durch seine krankheitsbedingte Abwesenheit feierte Pfarrer Martin Karras am ersten Fastensonntag erstmals wieder einen Gottesdienst in der Pfarrkirche von St. Nikolaus. Stehender Applaus begleiteten die Worte von Angelika Wirz, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, die Martin Karras im Namen der Gemeinde herzlich begrüßte und sich dankbar zeigte, dass Karras soweit wieder genesen ist.
In sehr persönlichen Worten dankte Karras der Gemeinde für die ihm in den vergangenen Monaten zuteil geworden Anteilnahme. Für die vielen persönlichen Botschaften, angefangen von den von den Kindern der Gemeinde gemalten Bildern bis hin zu den Gebeten für ihn. „Mit Marmelade werde ich wohl die nächsten zwei Winter auskommen“, so Pfarrer Karras. Ein besonderer Dank erging an Pfarrer Schmidt, der sich zu Beginn der Krankheit von Karras spontan bereit erklärt hatte, als guter Nachbar an den Sonntagen die heilige Messe in Burgdorf zu lesen. Auch ihm galt der Applaus der Gemeinde, ebenso wie der Pfarrsekretärin Ulrike Brinkmann. Sie, so Karras, wurde durch seine Vakanz neben ihrer eigentlichen Tätigkeit mit zusätzlichen Aufgaben belastet. Es habe sich aber auch gezeigt, dass durch unvorhergesehene Dinge die Gemeinde funktioniere, so Karras. Viele, und nicht nur die Mitglieder von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand, haben Aufgaben übernommen und wahrgenommen. Und es habe funktioniert.
In seiner Predigt ging Karras dann noch einmal auf seine Krankheit ein, mit der er von Anfang an offen umgegangen ist. Er sei dankbar, seine Krebskrankheit überstanden zu haben. Krebs ist bei den Menschen immer mit Sterben verbunden, obwohl viele Krebskankheiten geheilt werden. Für ihn sei es schwierig gewesen, auf geliebte Dinge des täglichen Lebens verzichten zu müssen. Geholfen habe ihm dabei der Glaube an Gott, dem er stets und immer vertraut habe. Loslassen und sich nicht treiben zu lassen, um einfach einmal sich selbst zu gehören, das ist nicht nur für ihn ein Ergebnis seiner Krankheit, sondern zugleich auch ein Motto der anstehenden Fastenzeit.
„Ich habe aber auch gelernt, dass es sich bei Krankenbesuchen sehr leicht sagt, das wird schon werden“, so Martin Karras in sehr bewegenden Worten. „Werde ich wieder gesund? Kann ich auf die Worte des Arztes vertrauen?“ Karras berichtete auch über die Ängste, die er hatte. Und diese waren manchmal stärker als die Krankheit selbst. Er sei jetzt wieder soweit gesund, werde aber für die nächsten Monate noch nicht voll einsteigen. „Ich werde sehen, wie ich es in der nächsten Zeit erst einmal verkrafte.“ Karras dankte nochmals allen, die in Gedanken, Worten, Taten und Gebeten bei ihm waren. „Das tat sehr gut“, so der Pfarrer.