Burgdorfer Ortsfeuerwehr leistete 24767 Arbeitsstunden

Brandabschnittsmeister Detlev Hilgert (re.) ehrt Ralf-Rainer Oelke (li.) und Ralf Tews (Mitte) für 40-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr. (Foto: Holger Staab)
 
Ehrenstadtbrandmeister Alfred Brönnemann (2.v.r.) eingerahmt von Ortsbrandmeister Peter Twesten (li.), Bürgermeister Alfred Baxmann (2.v.l.) und Gerald Hinz (re.) als Feuerwehrausschussvorsitzender. (Foto: Holger Staab)

Ortsbrandmeister Peter Twesten resümierte erfolgreiches Jahr

BURGDORF (hs). „Das Jahr 2012 war für die Ortsfeuerwehr Burgdorf von einigen Großbränden geprägt“, begann Ortsbrandmeister Peter Twesten die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Burgdorf. Nicht nur die 3146 Einsatzstunden schlugen im vergangenen Jahr zu Buche, sondern auch die vielen ehrenamtlichen Stunden in den Fachguppen, bei der Jugend- und Kinderfeuerwehr, der Tauchgruppe, dem „Historischen Löschzug“, dem Feuerwehrmusikzug und in vielen anderen Bereichen.
Insgesamt kamen die Feuerwehrleute auf 24767 Gesamtstunden und dabei „nehmen sehr engagierte Feuerwehrleute viel Verantwortung auf sich“, so der Feuerwehrausschutzvorsitzende Gerald Hinz. Besonders aber würdigte er die Arbeit und die Betreuung mit der Jugend- und Kinderfeuerwehr, die in Burgdorf schon eine gute Tradition hat, auch wenn es mittlerweile schwer fällt, Nachwuchs zu gewinnen. „158 Stunden pro Betreuer ist schon weit über das Normale hinaus“, fügt er dazu.
Viel Lob für die Feuerwehr Burgdorfer gab es auch von Bürgermeister Alfred Baxmann in seinen Grußworten: „In den Dörfern hat die Feuerwehr ein Gesicht, in der Stadt ist das schon etwas anderes, denn viele gehen davon aus, dass wir eine hauptamtliche Feuerwehr haben. Das was hier passiert, passiert ehrenamtlich!“ Die Zahlen zu den geleisteten Stunden, die Twesten bis auf 14 vollbeschäftigte Personen aufsummierte, werden aber in Ehrenarbeit geleistet und das ist schon eine Anerkennung an sich wert. Baxmann hofft deshalb auf mehr Identifikation mit der Leistung jedes Feuerwehrmannes, denn wie die Imagekampagne der Feuerwehr, nachzulesen unter www.ja-zur-feuerwehr.de, schon aussagt: „Stell dir vor du drückst (auf den Alarmknopf – Anm. der Redaktion) und alle drücken sich! Keine Ausreden! Mitmachen!“ Baxmann dankte besonders den Betreuern und Ehrenamtlichen für ihre Leistungen und Ortsbrandmeister Twesten bescheinigte er einen guten Kontakt zur Verwaltung: „Wir brauchen eine Feuerwehr, die sich an Gesichter, an Menschen festmachen kann.“
Im Jahr 2012 hatte die Ortsfeuerwehr Burgdorf 161 Einsätze, davon waren sechs Großbrände. Bei den 3146 Einsatzstunden wurden 269 Stunden mehr geleistet als 2011. Leider musste die Wehr auch zu 14 Fehlalarmen ausrücken und dabei vor allem zu Alten- und Pflegeheimen sowie zu Supermärkten. Besonders aber die Suizid-Einsätze machen den Kameraden zu schaffen. „Ich weiß, dass Menschen, die sich das Leben nehmen wollen, hauptsächlich mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben und in dieser Phase bestimmt nicht daran denken, was sie anderen damit antun“, gab Twesten in seiner Ansprache zu bedenken. „Wenn wir, wie im letzten Jahr, mehrmals zu den Bahngleisen gerufen werden, auf denen Leichenteile liegen, ist dies auch für Feuerwehrleute nicht so einfach zu verkraften“, wünscht sich der Ortsbrandmeister mehr Verständnis für die Einsatzkräfte.
Neben den normalen Brandeinsätzen stehen aber auch Hilfeleistungen, wie bei der Tierrettung, Wasser- und Sturmschäden, Verkehrsunfälle, Ölschäden, Nachbarschaftliche Hilfe oder das Umsetzen von Wespen und vieles mehr bei den fast schon täglichen Einsätzen der Feuerwehr auf der Liste.
Die Jugend- und Kinderförderung ist bei der Ortsfeuerwehr deshalb ein wichtiger Bestandteil, denn Nachwuchs sorgt für die Erhaltung der Wehr. Deshalb bedankte sich Twesten bei Jugendwart Markus Kurowski und seinem Stellvertreter Frederic Neef ganz besonders, denn in ihrem ersten Jahr im Amt haben sie ihre Aufgabe sehr gut gemeistert. Der Dank ging auch an Julia Trautwein, die als Kinderfeuerwehrwartin aus beruflichen Gründen ihren Posten an Tobias Heck übergab, aber weiterhin aktiv sein wird.
Nicht mehr im aktiven Einsatz werden Paul-Max Mühlhausen (Pauli), Ernst-August Beneke und Norbert Gahre sein. Sie bekamen den Bembel, einen Bierhumpen, überreicht, der sie nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Einsatzdienst nach dem 62. Lebensjahr oder aus gesundheitlichen Gründen in die Alterskameraden überstellt. Ein besonderer Dank von Twesten ging an Beneke: „Was hat er nicht alles angepackt und in der Feuerwehr bewegt“, meinte er zu den Leistungen des ehemaligen Ortsbrandmeisters, „ich habe immer an ihm seine Zielstrebigkeit und sein enormes Fachwissen bewundert.“
Die Ortsfeuerwehr Burgdorf ist bei der Ausrüstung überwiegend gut aufgestellt, meinte Twesten zum Abschluss seines Jahresberichtes. Er hofft allerdings in diesem Jahr noch einige Fortschritte machen zu können. Denn neue Tauchgeräte, Rohrdichtkissen und ein Motorlüfter und auch die Ergänzung der persönlichen Schutzausrüstung steht in diesem Jahr an. Dabei hat die Stadt bei der Beschaffung für die Feuerwehr immer ein offenes Ohr gehabt und Twesten hofft, dass dies auch in Zukunft so bleibt, damit die Schlagkraft der Wehr sich nicht verringert.
Zu neuen Funktionsträgern wurden Lutz Dummer (Gruppenführer), Florian Bethmann (Zugführer), Simon Grabow (Schriftführer), Tobias Heck (Kinderfeuerwehrwart) und Julia Trautwein (stellv. Kinderfeuerwehrwartin) gewählt. Eine besondere Ehrung erhielt Ehrenstadtbrandmeister Alfred Brönnemann, der gerade mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Damit diese Auszeichnung auch an seiner Feuerwehruniform zu sehen ist, bekam er die dazugehörige Bandschnalle überreicht.
Ihm und auch allen anderen geehrten Feuerwehrleuten und denen, die einen neuen Dienstgrad in der Versammlung erhielten skandierten die über 100 anwesenden Kameraden nach alter Burgdorfer Sitte ein dreifaches „Gut Schlauch“.