Burgdorfer Geschichten: „Wissen Sie eigentlich …?“

Viele spannende und interessante „Geschichte(n) aus Burgdorf“ sind in dem neuen Buch „Wissen Sie eigentlich...?“ von Dieter Heun und Heidi Rust enthalten. (Foto: VVV Burgdorf)

Neues Buch von Dieter Heun und Heidi Rust erschienen

BURGDORF (r/jk). Vermeintlich nebensächliche und bisher wenig beachtete Kapitel der Burgdorfer Geschichte unterhaltsam und informativ darzustellen, ist den beiden Hobby-Historikern Dieter Heun und Heidi Rust bereits in fünf gemeinsam verfassten Büchern gelungen. Aktuell ist ein weiteres Werk des Autorenduos erschienen, dessen Herausgabe der Förderverein Stadtmuseum Burgdorf übernommen hat.
Ihrer sechsten Publikation auf 108 Seiten gaben sie den Titel „Wissen Sie eigentlich ...? − Geschichte(n) aus Burgdorf“.
Wie bei allen vorangegangenen Publikationen verzichten die Autoren auf ein Honorar und stellen die Verkaufserlöse der gemeinnützigen Arbeit des VVV zur Verfügung. „Wissen Sie eigentlich ...?“ ist zum Preis von 12,00 Euro bei Bleich Drucken und Stempeln (Braunschweiger Str. 2, VVV-Mitglieder nur hier: 10,00 Euro), Buchhandlung FreyRaum (Marktstraße 54) und Wegeners Buchhandlung (Hannoversche Neustadt 25) sowie im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) und in der KulturWerkStadt (Poststraße 2) zu den gewohnten Öffnungszeiten erhältlich.
In ihrem neuen Buch greifen die beiden Autoren 50 Geheimnisse der Burgdorfer Stadtgeschichte auf, die aus ganz unterschiedlichen Zeitepochen stammen und über die sich größtenteils der Schleier des Vergessens gelegt hat. Bei ihrem Streifzug durch die Burgdorfer Geschichte haben sie viele kuriose, bewegende, manchmal unglaublich erscheinende Begebenheiten, aber auch amüsante, zum Schmunzeln anregende Details aufgestöbert. Dabei sind kurzweilige und spannende „Geschichtshäppchen“ − so die Autoren − entstanden, die den Leser durch einen angenehm lesbaren Schreibstil für sich einnehmen.

Bild der städtischen Vergangenheit

Jedes der erzählten Mosaiksteinchen trägt dazu bei, ein lebendiges und anschauliches Bild der städtischen Vergangenheit zu entwerfen. Zunächst geht es um drei Ritter, die Brüder waren und sich wegen Erbschaftsstreitigkeiten einen für alle Beteiligten tödlichen Zweikampf in der Nähe des Dorfes Beinhorn lieferten. Über die früheren Lebensbedingungen in Burgdorf erfahren die Leser, dass die Einwohner früher das stündliche Hornblasen und Rufen des städtischen Nachtwächters erdulden mussten und mangels Straßenbeleuchtung bei nächtlicher Dunkelheit über manchen Misthaufen stolperten. Fassungslosigkeit dürfte der geschilderte Fall einer jungen Burgdorferin hervorrufen, die das Gericht wegen Pferdediebstahls zum Tode durch Enthauptung verurteilte.

Wo früher der Galgen stand

Die Autoren verraten auch, wo früher der Burgdorfer Galgen stand und berichten von dem ersten urkundlich belegten Fall im März 1599, als dort ein Delinquent wegen vielfachen Diebstahls gehängt wurde. Die Bekanntschaft mit dem Galgen blieb einem als Verräter festgenommenen Gendarmen erspart, den der „Schwarze Herzog“ vor den Toren Burgdorfs kurzerhand erschießen ließ.
Auch aus der jüngeren Vergangenheit haben die Autoren interessante Geheimnisse ans Tageslicht gefördert. So dürften im Jahr 1934 nur wenige Burgdorfer gewusst haben, dass in dieser Zeit der Bau eines geheimen Militärflugplatzes nördlich von Burgdorf in der Gemarkung Sorgensen geplant war. Und zu den Geheimnissen gehört auch, dass im Jahr 1972 mehrere „Leoparden“ im Bereich der alten Depenauer Mühle aus dem Moor befreit werden mussten.

„Bierkriege“ und Kaffeedüfte

Die beiden Autoren rufen in Erinnerung, dass das Bierbrauen einmal eine bedeutende Rolle in Burgdorf spielte und gelegentlich sogar zu wahren „Bierkriegen“ zwischen verfeindeten städtischen Parteien führte. Gänzlich konfliktfrei verlief die Tätigkeit einer Kaffeerösterei, deren nasenverwöhnender Kaffeeduft 25 Jahre lang durch die Altstadt zog. Warum sich Burgdorf vor fast 50 Jahren „Unschlagbare Rätselstadt“ nennen durfte, erfahren die Leser in einem weiteren Kapitel.

Die „Flucht“ des Wetterhahnes

Eine Episode berichtet, dass im September 1972 eines Nachts der Wetterhahn von der Kirchturmspitze der St. Pankratius-Kirche verschwand. Einige Tage später tauchte er nach einem anonymen Hinweis in einem Gebüsch an der Aue wieder auf und fand den Weg zurück an seinen angestammten Platz.
„Wir wollen Geschichte erzählen, nicht erklären“: Unter dieses Motto hatten Dieter Heun und Heidi Rust ihre Autorentätigkeit zu Beginn ihrer nun schon sechsjährigen Zusammenarbeit gestellt. Auch in ihrem neuen Werk sind sie dieser Motivation gerecht geworden. Sie stellen erneut ein lesenswertes Buch vor, das auf jeder Seite eine ausgewogene Balance zwischen geschichtlichen Informationen und unterhaltsamer Darstellung einhält.