Burgdorfer Gedenkfries bekommt Gesellschaft

Der Flensburger Bildhauer und Maler Uwe Appold (Mi.) stellte im Burgdorfer Schloss seinen Bilderzyklus „Schweigespuren“ vor. (Foto: Georg Bosse)

Projekt „Schweigespuren nach Burgdorf“ soll durch Patenschaften realisiert werden

BURGDORF (gb). Der Gedenkfries im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses, der an die deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger während des nationalsozialistischen Verbrecherregimes erinnert, soll ab Januar 2013 nicht mehr nur noch für sich alleine sprechen. Der künstlerische Betrachtungszyklus „Schweigespuren“ des Flensburger Bildhauers und Malers Uwe Appold, in dessen Entstehen auch der Gedenkfries seinen Ursprung hatte, soll komplett nach Burgdorf kommen.
Für dieses Vorhaben wurde eigens der gemeinnützige Verein „Kunst & Kultur in Burgdorf“ gegründet. Eine Bündelung der Initiativkräfte aus dem Kulturverein SCENA im VVV, aus den Kirchengemeinden und des „Gedenkweg 9. November“ sowie aus Ratsmitgliedern und der Stadtverwaltung. Um dieses Projekt finanziell stemmen zu können und es der interessierten Öffentlichkeit näher zu bringen, fand am vergangenen Mittwochabend die Auftaktveranstaltung „Schweigespuren nach Burgdorf“ mit rund 100 geladenen Gästen im Schloss am Spittaplatz statt. Die Idee dahinter ist, die Finanzierung über Patenschaften sicherzustellen. Hierzu sind sie Stadtwerke Burgdorf und die Stadtsparkasse (SSK) erfreulicherweise bereits in Vorleistung getreten. So möchte der neue fördernde Kulturverein die Werke erwerben und sie der Stadt als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen.
„Schweigespuren“ ist ein Requiem in elf Bildern, das thematisch von der Lyrik des 1970 in Paris durch Freitod verstorbenen deutschsprachigen Paul Celan inspiriert ist. Uwe Appold hatte es sich nehmen lassen, von der Flensburger Förde an die Burgdorfer Aue zu kommen, um die künstlerische und geistige Genese seines Bilderzyklus zu erläutern. Beispielsweise die Wut über das Unfassbare in „Form und Farben umzusetzen“. Er sei stolz auf Burgdorf, dass sich so sehr für die Erinnerung an seine verschleppten und ermordeten Mitbürger jüdischen Glaubens einsetze, sagte Uwe Appold und machte der Stadt das Triptychon „Niemand bespricht unseren Staub“ zum Geschenk. Nun gilt es für die Initiatoren, den Betrag für die restlichen zehn Gedenkkunstwerke zu akquirieren. „Wir sind auf einem guten Weg“ so Meinhard Janssen vom Team „Schweigespuren“.
Musikalisch gebührend begleitet wurde die Präsentation des Appold`schen Bilderzyklus` von Orgelimprovisationen des ungarischen Organisten und Direktor des „Europäischen Zentrums für jüdischen Musik“ in Hannover, Prof. Andor Iszák.