Burgdorf wird immer mehr als Gewerbestandort wahrgenommen

Burgdorfs Wirtschaftsförderer André Scholz gibt sich bei der Vermarktung der Flächen im Gewerbepark Nordwest betont optimistisch. (Foto: Georg Bosse)
 
Bis Jahresende soll die Umsiedlung des Burgdorfer Dachdeckereibetriebs Dirk Damker ins Gewerbegebiet Nordwest in Angriff genommen werden. (Foto: Georg Bosse)

Nachfragen nach Flächen im Gewerbepark Nordwest steigen deutlich an

BURGDORF (gb). „Burgdorf wird mit dem Gewerbepark Nordwest stärker als bisher als möglicher Gewerbestandort wahrgenommen“, lautete ein Zwischenfazit von Wirtschaftsförderer André Scholz in der letztjährigen Sonderveröffentlichung des MARKTSPIEGEL zur weiteren Entwicklung im „neuen“ Nordwesten der Stadt. Schaut man sich aktuell den Vermarktungsplan des ersten Bauabschnittes für den Gewerbepark an, wird deutlich, dass diese Einschätzung nicht zu optimistisch war.
Einerseits sind mittlerweile mit rund 2,5 Hektar mehr als ein Drittel der beim Vermarktungsstart verfügbaren städtischen Flächen verkauft. Andererseits konnte die Wirtschaftsförderung allein in den letzten Wochen Verhandlungen mit mehreren Interessenten über weitere Gewerbegrundstücke von insgesamt über 1,5 Hektar Gesamtfläche führen.
Hiervon haben sich mehrere Interessenten Flächen für einen begrenzten Zeitraum reservieren lassen, um ihre Standortplanungen vor einer abschließenden Entscheidung in Abstimmung mit der Stadt konkretisieren zu können. Zu diesen Reservierungen kommen noch weitere, zum Teil bereits sehr konkrete Interessensbekundungen hinzu, was dazu führt, dass die freien Flächenbereiche zunehmend kleiner und weniger werden. Auch derzeit führt die Burgdorfer Wirtschaftsförderung weitere Verhandlungen mit Investitionsinteressenten.
Erfahrungsgemäß ist davon auszugehen, dass nicht alle Interessensbekundungen auch in konkrete Investitionen umgesetzt werden. „Insofern dürften auch in bereits reservierte oder vorgemerkte Flächen sicherlich noch einmal Veränderungen hineinkommen. Der positive Trend der letzten Monate ist unseres Erachtens jedoch eindeutig“, so André Scholz. Im Moment gilt daher noch, dass sich für Interessenten im Bereich der zumeist nachgefragten Grundstücksgrößen zwischen 1.500 und 2.500 Quadratmeter geeignete Lösungen finden lassen sollten.
An der Otto-Hahn-Straße laufen inzwischen die Baumaßnahmen für den neuen Standort der Burgdorfer Dachdeckereibetrieb Dirk Damker. Neben dem Bürogebäude der AutoDo! GmbH soll bis Jahresende der Rohbau erstellt werden. Auch an der Lise-Meitner-Straße kann es noch in diesem Jahr zu ersten Baumaßnahmen für ein aus Hannover neu anzusiedelndes Großhandelsunternehmen der Solartechnikbranche kommen. Dieses Unternehmen hat sich neben dem bereits erworbenen Betriebsgrundstück eine zeitlich begrenzte Kaufoption für ein Nachbargelände zu möglichen Erweiterungszwecken gesichert.
„Es gibt indessen bei solchen Gebietsentwicklungen zwangsläufig Diskrepanzen zwischen den noch tatsächlich verfügbaren Flächen und dem, was man bei einem schnellen Blick vor Ort sieht. Wir begrüßen und unterstützen es, dass die Interessenten den Nordwest-Standort sorgfältig prüfen, damit eine für die Stadt und den jeweiligen Investor gute Entwicklung dabei herauskommt“, fasst der Wirtschaftsförderer die bisherigen Erfahrungen zusammen. Damit kommt das von der Stadt schon zu Beginn der Entwicklung formulierte Ziel zum Ausdruck, wonach bei der Vermarktung Qualität vor Schnelligkeit gehen soll.
Deutlich verändern wird sich das Bild spätestens dann, wenn mit der Bebauung der großen Sondergebietsfläche gegenüber dem E-Center Cramer begonnen wird. Wie im MARKTSPIEGEL bereits ausführlich berichtet, hatte zum Jahreswechsel die Peiner Firma Flatt und Ebel Grundstücksgesellschaft OHG den wesentlichen Teil der Sonderbaufläche erworben, um dort einen über ein Franchisesystem zu betreibenden Baumarkt zu errichten. Weitere ergänzende und darüber hinausgehende Nutzungen stimmen Stadt und Investor untereinander ab. Der Baubeginn soll vereinbarungsgemäß im kommenden Jahr erfolgen.