Burgdorf ist eine Stadt mit hohem „Bewegungsdrang“

Alfred Baxmann, Bürgermeister der Stadt Burgdorf. (Foto: Stadt Burgdorf)

Grußwort der Stadt Burgdorf zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Weihnachtsfest liegt nunmehr hinter uns, vor uns steht der Wechsel in das neue Jahr. Vielleicht geht es Ihnen ja wie mir und Sie nutzen den Jahresausklang, um inne zu halten, Vergangenes gedanklich noch einmal Revue passieren zu lassen und Pläne für die Zukunft zu schmieden.
Aktuell läuft im Stadtmuseum die zweite, das diesjährige Themenjahr begleitende Ausstellung „Burgdorf – eine Stadt bewegt sich“. Die Präsentation bezieht sich vornehmlich auf die Zeit zwischen Ende des Zweiten Weltkriegs und heute und verdeutlicht die Entwicklung prägnanter Sektoren wie Schule, Kindergarten, Feuerwehr und Energie sowie das Wachstum der Wohn- und Gewerbegebiete. Auch der Einfluss der Gebietsreform und Themen wie die Bevölkerungsentwicklung oder der Bau der Umgehungsstraße demonstrieren anschaulich, wie sehr sich die Struktur der Stadt und unser Stadtbild im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Doch die bereits vergangenen Tage, Wochen und Monate des in Kürze endenden Jahres haben einmal mehr Zeugnis davon abgelegt, dass auch binnen eines sehr viel schnelleren Intervalls viele Entscheidungen getroffen und Beschlüsse umgesetzt werden, die dem „Bewegungsdrang“ unserer Stadt gerecht werden.
So hat uns beispielsweise das Thema Bildung in diesem Jahr in vielerlei Hinsicht beschäftigt: In Sachen Schulen galt eine hohe Aufmerksamkeit dem Schulneubau am Berliner Ring. Anfang Mai wurde der Grundstein für das bislang größte Bauprojekt der Stadt gelegt, das ab August kommenden Jahres, so sieht es die dreijährige Interimslösung vor, zunächst von Realschülern und Gymnasiasten bezogen werden wird.
Ein viel diskutiertes Thema war die Standortfrage der Gudrun-Pausewang-Grundschule in der Südstadt, deren Schülerinnen und Schülern der Schulneubau neben dem Gymnasium ursprünglich zugedacht war. Die Entscheidung hinsichtlich der Frage, ob die marode Grundschule einen Neubau erhält oder saniert wird, wird der Rat der Stadt im kommenden Jahr treffen.
In der ersten Halbjahreshälfte stand ein Thema besonders im Fokus der Öffentlichkeit: der Zustrom von Flüchtlingen aus den Krisengebieten. Nachdem die Zahl der Flüchtlinge bereits im vergangenen Jahr stark angestiegen war, wurden dieses Jahr über 200 weitere Schutzsuchende in Burgdorf aufgenommen.
In insgesamt vier Informationsveranstaltungen wurde diese extrem große Herausforderung erörtert, wurden Ängste und Vorbehalte geäußert und Lösungsvorschläge zur Diskussion gestellt.
Für die Betreuung der Flüchtlinge wurden – inklusive der Wohnanlage hinter der FTZ, die in wenigen Wochen bezugsfertig sein wird – vier Gemeinschaftsunterkünfte errichtet. Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern vor dem Krieg und der Gewalt geflohen sind, wurden in Obhut genommen und in unterschiedlichsten Maßnahmen der Jugendhilfe versorgt und betreut.
Ich bin allen Beteiligten dankbar, dass es uns gemeinsam gelungen ist, diese sehr komplexe Aufgabe zu meistern und dass wir uns dabei als eine der Mitmenschlichkeit verpflichtete Stadtgesellschaft erwiesen haben.
Beeindruckend waren für mich einmal mehr die Reaktionen der Burgdorfer, die den Menschen Hilfe unterschiedlichster Art angeboten haben. Dank der bemerkenswerten ehrenamtlichen Unterstützung ist es uns gelungen, denen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, die auf dem Weg zu uns – bildlich gesprochen – durch äußerst finstere Täler schreiten mussten.
Ich danke aber auch allen, die sich konstruktiv in den Parteien, Vereinen, Verbänden oder auf anderen Wegen für unser Stadtgeschehen eingesetzt und dieses positiv mitgestaltet haben. Naturgemäß waren dabei nicht immer alle einer Meinung. Aber es zeugt von Anstand und Respekt, auch denen zuzuhören, deren Meinung man nicht teilt. Ich würde mich daher freuen, wenn dieser respektvolle Umgang auch in Zukunft von all denjenigen beibehalten wird, die mit ihrem Einsatz dazu beitragen, Burgdorf „in Bewegung“ zu halten.
Für die Kleinsten wurde in diesem Jahr die Veranstaltung Picknick im Park, ein Informationsnachmittag mit Spiel und Spaß für Eltern mit Kindern, aus der Taufe gehoben. Und die vom Jugendamt initiierte umfangreiche Eltern- und Fachkräftebefragung zielte ebenfalls darauf ab, den Bedarf der jüngsten Burgdorfer zu ermitteln.
Auch mit der Herauslösung der Grundschule Burgdorf aus der Grund- und Hauptschule I, der Inbetriebnahme der Krippengruppe im Otzer Knusperhaus, der Einweihung der Bike & Ride-Anlage auf der Westseite des Burgdorfer Bahnhofs sowie dem barrierefreien Umbau von Bushaltestellen haben wir in Burgdorf weitere nennenswerte Entwicklungen und Verbesserungen erzielt.
Im September haben Sie, liebe Burgdorferinnen und Burgdorfer, im Rahmen der Kommunalwahl einen neuen Rat gewählt. Nunmehr setzen sich 35 von Ihnen gewählte Mandatsträger sowie der Bürgermeister dafür ein, die besten Lösungen für unsere Stadt zu finden. Und bei allen unterschiedlichen Wertungen, da bin ich mir sicher, werden wir auch in dieser Wahlperiode wieder ein gemeinsames Fundament legen, das den vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen Standhaftigkeit verleihen wird.
Dass Burgdorf sehr beliebt ist, zeigt sich neben der kontinuierlich wachsenden Einwohnerzahl auch an der nach wie vor großen Nachfrage nach Wohnraum und Bauland. Die Entscheidungsfindung für neue Wohnbaugebiete auch in den Burgdorfer Ortsteilen wurde vorbereitet und den politischen Gremien zur Beratung gegeben. Wir dürfen also gespannt sein, in welche Richtung sich Burgdorf städtebaulich als nächstes „bewegen“ wird.
Trotz der Hürden und Problemstellungen, denen wir uns stellen mussten, blicke ich zufrieden auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Auch wenn insbesondere im schulischen Bereich die geplanten Vorhaben sehr kostenintensiv sind, haben wir, da bin ich mir sicher, die Weichen für die Zukunft richtig gestellt.
Die eingangs erwähnte Ausstellung „Burgdorf – eine Stadt bewegt sich“ läuft noch bis zum 8. Januar. Der Ausblick auf das vor uns liegende Jahr verrät aber bereits jetzt, dass uns Burgdorfern auch in den kommenden zwölf Monaten viele Themen begegnen werden, über die wir diskutieren, an denen wir uns reiben und für die wir einstehen werden. Oder anders ausgedrückt: die uns und unsere Stadt bewegen werden.
Zu dem bevorstehenden Jahreswechsel wünsche ich Ihnen und Ihren Familien im Namen von Rat und Verwaltung ein glückliches, zufriedenes und friedliches Jahr 2017.
Alfred Baxmann
(Bürgermeister der Stadt Burgdorf)