Burgdorf ist ein Knotenpunkt für Wohnungslose

Die Burgdorfer Tageswohnung ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Wohnungslose aus allen Richtungen. (Foto: Diakonieverband Hannover-Land)

Seit 30 Jahren ist die Tageswohnung eine wichtige Kontaktstelle

BURGDORF (r/jk). Es waren harte Tage zuletzt. Nun endlich ankommen und erst einmal einen Kaffee trinken. Danach eine Dusche – heute vielleicht etwas länger. Und dann einen neuen Holzscheit in den Ofen legen und etwas zur Ruhe kommen. Das kennen alle. Nach anstrengenden Tagen wieder zu Hause anzukommen tut gut. Doch es gibt Menschen, die haben diese Möglichkeit nicht.
Seit 30 Jahren kümmert sich die Diakonie im Kirchenkreis Burgdorf um Wohnungslose und Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind und um Personen mit einem vergleichbar niedrigen Einkommen. „Im Juli 1985 war der Startschuss für die Tageswohnung“, erinnert sich der ehemalige Superintendent Heiko Frerichs an die Grundbucheintragung der Immobilie in der Mühlenstraße. Bereits vorher gab es einen Treffpunkt – eine so genannte Wärmestube – in der Superintendentur und später im Kirchenkreisamt. Doch die Räumlichkeiten reichten nicht aus. Die Nachfrage war zu groß. Burgdorf ist ein Knotenpunkt, Wohnungslose kommen auf ihren Wegen von Nord nach Süd und Ost nach West oft hier vorbei. Im Gespräch erinnert sich Heiko Frerichs an die schwierige Anfangszeit. Langwierige, kircheninterne Abstimmungsprozesse und die Vorbehalte der direkten Umgebung. Passt eine Tageswohnung für Wohnungslose mitten in eine Einkaufsstraße?
Es passt gut. „Wir haben heute ein sehr gutes Netzwerk in Burgdorf“, freut sich als Träger der Geschäftsführer Jörg Engmann des Diakonieverband Hannover-Land und ergänzt, dass die Tageswohnung auch ein Knotenpunkt im sozialen Netz sei. Von Beginn an begleitet auch Pastor Henning Runne aus Ahlten die Arbeit, der mit im Vorstand des Diakonieverbandes sitzt. „Mir ist es wichtig, dass sich der Kirchenkreis diakonisch engagiert. Gerade für Wohnungslose, die insbesondere in meiner Anfangszeit keine Lobby hatten, sind wir eine soziale Stimme.“ Einen großen Stellenwert hat an dieser Stelle auch der kirchliche Förderkreis der Tageswohnung, der nicht nur bei der Finanzierung hilft, sondern auch zur gesellschaftlichen Akzeptanz beiträgt.
Inzwischen hat die Tageswohnung knapp 8.000 Kontakte jährlich. Eine große Herausforderung ist es bis heute, für Wohnungslose Wohnraum zu finden. Mit dem neuen Projekt „Burgdorf wohnt“, welches von der Region Hannover und dem Land Niedersachsen gefördert wird, sollen hier Verbesserungen erzielt werden. Es gibt erste Erfolge, aber immer noch sind insbesondere kleine, finanzierbare Wohnungen schwer zu finden. Die Tageswohnung bleibt wichtig für Personen ohne feste Bleibe.