Burgdorf braucht die „segensreiche Arbeit“ der Pflegeeltern

Bei einem gemeinsamen Adventsfrühstück im Ratssaal des Burgdorfer Rathauses I dankten Bürgermeister Alfred Baxmann und Stadtrat Michael Kugel (v.li.) den Pflegeeltern für ihre „segensreiche Arbeit“. (Foto: Georg Bosse)

Pflegefamilien eröffnen Kindern und Jugendlichen Lebenschancen

BURGDORF (gb). Zu einem Adventsfrühstück hatte die Stadt Burgdorf am vergangenen Mittwochvormittag ihre Pflegeeltern in den Ratssaal des historischen Rathauses I eingeladen. Mit der frühen Mahlzeit verbunden, war der Dank von Bürgermeister Alfred Baxmann, von Stadtrat Michael Kugel sowie des städtischen Pflegekinderdienstes an die geladenen Gäste: „Den Weg zu einer familienfreundlichen Stadt könnte Burgdorf ohne ihre segensreiche Arbeit gar nicht alleine leisten.“
Das große Engagement in den Pflegefamilien, das Kindern und Jugendlichen Lebenschancen eröffnet, sei nicht selbstverständlich, aber der Einsatz lohnt sich, so Alfred Baxmann. Das zwanglose Treffen nahm Birgit Holewa-Schultz wahr, sich den Anwesenden als neu berufener Vormund vorzustellen. Sie sei Mitarbeiterin der Burgdorfer Jugendverwaltungsabteilung in der Schnittstelle zum Jugendamt. Eine ihrer vielfältigen Aufgaben sei es, künftig mit den Mündeln einmal monatlich Kontakt herzustellen, erklärte Birgit Holewa-Schultz und kündigte an:. „Diese Kontaktfrequenz ist im neuen Vormundschaftsrecht seit Juli 2012 vorgeschrieben. Deshalb werde ich ab Januar 2013 zwecks Terminvereinbarungen telefonischen Kontakt zu den Pflegeeltern aufnehmen.“
Birgit Hübert und Waltraud Schaller vom Burgdorfer Pflegekinderdienst nutzten die Gelegenheit über drei neue Pflegeformen zu informieren, die ab dem kommenden Januar eingeführt werden. 1. Allgemeine Vollzeitpflege: „Die allgemeine Vollzeitpflege wird von persönlich qualifizierten Einzelpersonen, Paaren oder Lebensgemeinschaften durchgeführt, bei denen keine pädagogische Ausbildung vorausgesetzt wird. Es handelt sich in der Regel um eine auf längere Dauer oder auf dauerhaften Verbleib angelegte Lebensform für das Kind. In dieser Pflegeform entspricht die zu leistende Aufgabe der Erziehung und Betreuung der Dynamik einer „Normalfamilie“. 2. Sozialpädagogische Vollzeitpflege: Diese Art des Angebots wird von persönlich qualifizierten und/oder fachlich ausgewiesenen Einzelpersonen, Paaren oder Lebensgemeinschaften geleistet. „Es erstreckt sich auf die Versorgung, Erziehung und Förderung von besonders entwicklungsbeeinträchtigten/verhaltensauffälligen Kinder und Jugendlichen...“ 3. Sonderpädagogische Vollzeitpflege: Dieser Leistungsangebotstyp wird von pädagogisch-psychologisch und ggf. medizinisch-pflegerisch qualifizierten Einzelpersonen, Paaren oder Lebensgemeinschaften übernommen. Diese Pflegeform basiert auf Beeinträchtigungen des Kindes, die eventuell zu einer grundlegenden Persönlichkeitsstörung geführt haben, oder weil es sich um eine schwere Behinderung oder lebensbedrohlichen Erkrankung handelt.
Manche Kinder oder Jugendliche können aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr bei ihren Eltern leben. Daher sucht die Stadt Burgdorf Pflegeeltern, die bereit sind, einen jungen Menschen bei sich aufzunehmen. Ansprechpartnerinnen im Rathaus I an der Marktstraße 55 sind Birgit Hübert unter der Telefonnummer: (05136) 898-332 und Email: huebert@burgdorf.de sowie Waltraud Schaller, Telefon: (05136) 898-332 und Email: schaller@burgdorf.de.