Bürgermeister Baxmann löst beim „Tag der Heimat“ Empörung aus

In seinem Grußwort zum „Tag der Heimat“ des Bundes der Vertriebenen (BdV) schloss Burgdorfs Bürgermeister Baxmann (Mi.) eine Rückkehr des Bronzewegweisers vor das Rathaus I kategorisch aus. BdV-Kreisvorsitzender Siegfried Preugschat (li.) hörte das gar nicht gerne. (Foto: Georg Bosse)

Keine Bronzewegweiser mehr vor dem Burgdorfer Rathaus I

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Mit seinem Bekenntnis, den bronzenen (Ost-)Wegweiser nicht mehr an seinem ehemals angestammten Platz vor dem Rathaus I an der Marktstraße zurückkehren zu lassen, hat Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann bei einem Teil der Gäste, die zum „Tag der Heimat“ des Bundes der Vertriebenen (BdV) am vergangenen Samstag im Veranstaltungszentrum (VAZ) erschienen waren, helle Empörung ausgelöst.
Daraufhin warf der stellvertretende BdV-Kreisvorsitzende Johannes Martin Burgdorfer Bürgermeister vor, mit dem Inhalt seines Grußwortes die Atmosphäre im Saal unnötig hochgekocht zu haben. Der Bürgermeister blieb jedoch in der Sache hart und erhärtete den Umstand, dass es im Verhältnis zwischen der Burgdorfer Politik und dem BdV nicht (mehr) zum Besten bestellt sei: „Ich zeige Flagge, aber ich frage sie, wo ist der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Adolf W. Pilgrim und sein Kollege von der CDU, Mirco Zschoch? Auch der anwesende FDP-Ratsherr Karl-Ludwig Schrader lässt sich hier lediglich als Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) blicken. Das hat seine Gründe.“
Die Ratsmehrheit wolle den Bronzewegweiser nicht verstecken, sondern ihn an einem Standort im Stadtpark platzieren, denn diese „Symbolik für Flucht und Vertreibung“, die im Übrigen ohne Angaben auf Orte mit ehemaligen Konzentrationslagern versehen ist, sei in den vergangenen Jahren vor dem Rathaus von 80 Prozent der Burgdorfer Bürgerinnen und Bürger kaum mehr wahrgenommen worden. „Die Wiedervereinigung und Zeit sind darüber hinweg gegangen. Darüber hinaus erinnern in Burgdorf zahlreiche Straßennamen wie Bromberger-, Danziger-, Heiligenbeiler-, Königsberger- oder Stettiner Straße an die ehemals deutschen Städte“, so der Verwaltungschef weiter, wofür er vereinzelt mit wütenden Zwischenrufen bedacht wurde. Auch der Hinweis Baxmanns, dass sein persönliches Verhältnis zum BdV-Kreisvorsitzenden Siegfried Preugschat von Respekt geprägt sei, konnte die Stimmung nicht wirklich völlig entschärfen. Dieser hatte zuvor unter Beifall der gut 120 Vertriebenen die „Rückführung“ der Pfeile an ihren alten Platz gefordert.
Hauptgastredner beim „Tag der Heimat“ in Burgdorf war der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Dreyer, der vor seinem Referat zum BdV-Motto „Erbe erhalten - Zukunft gestalten“, die Abwesenheit seines Parteifreundes Mirco Zschoch mit familiären Verpflichtungen entschuldigte. „Damals wie heute sind Toleranz, Aussöhnung und Völkerverständigung die entscheidenden Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben der Völker in Europa. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen, dass es um „Zukunft gestalten“ in einem vereinten Europa geht“, sagte der Christdemokrat. Aber trotz der am 3. Oktober 1990 völkerrechtlichen Vollendung der deutschen Wiedervereinigung in Einheit und Freiheit sollte weiterhin, insbesondere in der Öffentlichkeit, an die geschichtliche Entwicklung gedacht und auch durch bauliche Symbole und Denkmäler an die Wurzeln und ehemaligen Heimatgebiete großer Teile der Bevölkerung erinnert werden dürfen, so Christoph Dreyer am Ende seiner rund 20-minütigen Rede.