Bürger, Politik und Verwaltung fordern mehr Transparenz von TenneT

Für seine Informationen zu den Trassenkorridorplanungen des Burgdorf tangierenden SuedLinks von TenneT erhielt Georg Brand (r.) viel Lob von den Bauausschussmitgliedern und den anwesenden Vertretern der Bürgerinitiativen. (Foto: Georg Bosse)

Energiewende ist beschlossen - „SuedLink“-Korridore noch lange nicht

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Die Energiewende sei schon längst politisch entschieden und beschlossen. Jetzt gelte es bezüglich der umstrittenen Stromtrasse „SuedLink“, möglichen Schaden von der Stadt abzuwenden, so Bürgermeister Alfred Baxmann in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses im Burgdorfer Schloss gegenüber den Gremiumsmitgliedern sowie den besorgten Bürgerinnen und Bürgern, die sich in Hülptingsen, Sorgensen und Dachtmissen in Initiativen gegen die bislang vom Übertragungsnetzbetreiber „TenneT“ öffentlich bevorzugten Trassenvarianten formiert haben.
Just mit Veröffentlichungen bzw. mit Auskünften zu nachvollziehbaren Bewertungskriterien für den einen oder anderen Trassenkorridorvorschlag mit bis zu 70 Meter hohen Masten sei es bei TenneT nicht weit her, lautet die immer lauter werdende Kritik am Vorgehen des Unternehmens. „Auch wir in der Verwaltung sind von manchen Entwicklungen überrumpelt worden“, hatte der Leiter des Bauordnungsabteilung, Robert Lehmann, bereits Stunden vorher, beim Informationsaustausch zwischen den Bürgermeistern Alfred Baxmann (Burgdorf), Klaus Sidortschuk (Lehrte) und Carl Jürgen Lehrke (Sehnde), die Intransparenz deutlich bemängelt. Das Treffen der drei Kommunenrepräsentanten sollte einem Miteinander beim möglichen Widerstand gegen die TenneT-Planziele dienen.
Und dennoch warf Linken-Ratsherr Michael Fleischmann, der sich für eine dezentrale Lösung bei der Energieversorgung des Südens der Republik stark macht, seinen Kollegen und besonders Alfred Baxmann lediglich „Widerstand mit angezogener Handbremse“ gegen die geplante Stromautobahn vor.
Lob von allen Seiten erhielt indes Georg Brand von der Stadtabteilungsplanung, der die Anwesenden zuvor anhand von Themenkarten über die eventuellen Trassenverläufe ausführlich informierte und sich unverblümt zu den vorstellbaren Konsequenzen geäußert hatte: „Es ist mit Grundstückswertverlusten sowie mit Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und der Naherholung sowie der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung zu rechnen.“ Baxmann und Brand baten die Bürgerinitiativen (BI) mit ihren Informationen und besseren Ortskenntnissen als Korrektiv bei der Sammlung von (Gegen-)Argumenten für eine Grundsatzdiskussion beizutragen.
Dazu möchten die Grünen „ausführliches Material in die Hände bekommen“, sagte Ratsfrau Maria Leykum. Christa Weilert-Penk (SPD) setzte hinzu: „Wir sind keine Entscheider, sondern nur Beteiligte des Verfahrens und dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen.“ Um in einem Planfeststellungsverfahren gute Argumente für die eigene Position zu haben, könne man nicht früh genug anfangen „Erbsen zu zählen“, erklärte dazu der Beinhorner Ratsherr Klaus Köneke (CDU).
Am Donnerstag, 29. Januar, findet ab 18.00 Uhr im Burgdorfer VeranstaltungsZentrum (VAZ) eine auf mindestens drei Stunden angesetzte Anhörung statt, zu der alle BIs und Interessierte eingeladen sind. Auch Vertreter von TenneT werden vor Ort sein. Im ersten Teil der Bürgerinformationsveranstaltung wird es einen Sachstandsbericht geben. Anschließend sollen in sechs Arbeitsgruppen Bürgerinformationen aus den „räumlichen Teilbereichen“ aufgenommen werden.