Bücherkiste, Defibrillator und Hot Spot auf dem Spittaplatz?

Über die Verteilung der Aufgaben und ihre weiteren Funktionen müssen die gewählten Mitglieder des neuen Burgdorfer Seniorenrats erst noch entscheiden (v.l.): Hans Bauer, Karin Falk und Michael Ethner (Schillerslage), Paula Kusber, Gerlinde Westphal und Karen Lüders sowie Wolf Büttner und Karl-Heinz Meyer (Otze). (Foto: Georg Bosse)

Neuer Seniorenrat und umfangreicher Forderungskatalog vorgestellt

BURGDORF (gb). „Vor sechs Jahren ist in Burgdorf eine Einrichtung entstanden, deren Entfaltung ich unterschätzt habe“, machte Bürgermeister Alfred Baxmann keinen Hehl aus seiner Verkennung der Situation bei Gründung des Burgdorfer Seniorenrats. Seitdem seien Politik und Verwaltung vor Überraschungen bei dessen Einmischungen in das Geschehen der Stadtgesellschaft nicht sicher gewesen: „Der Seniorenrat Burgdorf hat mit seinem Erfahrungswissen erhebliche Erfolge vorzuweisen.“
Die Überraschungen machten auch vor der jüngsten Seniorenversammlung im Ratssaal des Schlosses am Spittaplatz nicht Halt, in deren Mittelpunkt Neuwahlen des aktiven, siebenköpfigen Lobby-Gremiums standen. Hatte doch der amtierende Seniorenratsvorsitzende Wolf Büttner noch vor dem Wahlgang einen umfangreichen und teils anspruchsvollen Forderungskatalog für den Spittaplatz aufgestellt: eine seniorengerechte, öffentlich zugängliche Toilette, mehr Ruhebänke mit Lehnen und Wetterschutz, eine Bücherkiste, die Platzierung eines Defibrillators, eine (kostenfreie) Wassertrinkstelle sowie einen öffentlichen drahtlosen Internetzugriffspunkt (Hot Spot/WLAN) für freien Smartphone-Surf & Talk. Diese Ansinnen seien in Kooperation mit dem Stadtmarketing (SMB) und den Stadtwerken, mit dem örtlichen DRK sowie dem SoVD abgestimmt worden. Darüber hinaus sprach sich Büttner für kleine, wendigere Stadtbusse aus, die für Menschen im Rollstuhl und mit Rollatoren über Rampen leichter zu nutzen wären. Der Vorsitzende des Förderkreises für Burgdorfer Senioren, Pastor i.R. Rudolf Bembenneck, erklärte, für das eine oder andere Projekt Gelder in die Hand nehmen zu wollen.
Musikalisch wurde die Veranstaltung von der „Egerländer Besetzung“ des Polizeimusikorchesters Hannover unter der Leitung von Ulrich Henneke begleitet, die den gut 120 anwesenden Seniorinnen und Senioren die Zeit mit böhmischen Polkaweisen sowie Tango- und Walzerklängen nicht zu lang werden ließ.
Lang wurde es auch den Burgdorfer Polizeibeamten Uwe Bollbach und Jörg Windfuhr nicht, die eindringlich auf das schon länger bestehende Projekt „Sicherheitsberater für Senioren (SfS)“ hinwiesen und sich aus dem versammelten Kreis Kritik und Fragen zum Fehlverhalten von Fahrradfahren am Kreisel „Schwarzer Herzog“ und am Bahnhofstunnel gefallen lassen mussten. „Künftig wird die Fahrweise von Radlern stärker kontrolliert und gebührenpflichtig verwarnt“, versprachen die beiden Ordnungshüter.
Außer Hartwich Laak stellten sich alle bisherigen Seniorenrats-Mitglieder den 98 Stimmberechtigten zur Wiederwahl. Laak gab das Amt aus Zeitgründen auf, weil er sich mittlerweile einem anderen ehrenamtlichen Projekt zugewandt hat. Für ihn rückte Karin Falk (66 Jahre) neu nach. Neu im Seniorenrat ist auch Gerlinde Westphal (64), die mit ihren Themenschwerpunkten „Außendarstellung und Internet sowie Sport & Freizeit“ in der abgelaufenen Amtsperiode lediglich berufen war. Komplettiert wird der Burgdorfer Seniorenrat in seiner dritten, dreijährigen Amtszeit von (in Klammern der Themenschwerpunkt): Wolf Büttner (78; „Entwicklung der Innenstadt“), Paula Kusber (74; „Seniorensicherheit“), Karen Lüders (72; „Kontakte: „Kinderschutzbund, Frauen- und Mütterzentrum, Mehrgenerationenhaus“), Karl-Heinz Meyer (75; „Regionsbeziehungen“) sowie vom ehrenamtlichen Wohnberater Hans Bauer (72; „Pflegestützpunkt & Wohnen für Ältere“). Der bislang für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Michael Ethner (69) erhielt auf der Wahlliste die wenigsten Stimmen und nahm folglich die Nachrückerfunktion an.
Auf seiner kommenden konstituierenden Sitzung werden die Gewählten über den Vorsitz sowie über die Verteilung der Aufgabengebiete und ihre weiteren Funktionen entscheiden.