Braune Langohren halten langen Winterschlaf

Der Berliner Biologe Cornelis Hemmer (li.) und der zwölfjährige Christian Strube (re.) inspizierten Winterquartiere von Braunen Langohren im Bunker auf dem ehemaligen Burgdorfer THW-Gelände. Foto: Georg Bosse

NABU besuchte Fledermaus-Winterquartier in Burgdorf

BURGDORF (gb). Das Braune Langohr (Plecotus auritus) ist eine sehr heimliche Fledermausart, das seine Verstecke nur verlässt, wenn es ganz dunkel ist. Die nahrungsarme Winterzeit verbringen alle Fledermäuse im Schlaf. Zwei dieser Langohren haben sich für ihren energiesparenden Winterschlaf in einem alten Bunker auf dem ehemaligen Burgdorfer THW-Gelände einquartiert. Das stellte am vergangenen Samstagmorgen eine größere Gruppe Tier- und Naturfreunde erfreut fest, die in Burgdorf und in der Gemeinde Uetze vom NABU eingerichtete Winterunterkünfte für die sonst nächtlichen Flugakrobaten und Insektenjäger inspizierte.
Angeführt wurde der Inspektionstrupp, der sich aus jüngeren und älteren Fledermausfans aus Barsinghausen, Garbsen, Hannover, Hambühren und Wathlingen (Celle) sowie aus Obernkirchen (Schaumburger Land) zusammensetzte, vom Burgdorfer Bernd Rose vom Naturschutzbund (NABU) Burgdorf, Lehrte und Uetze sowie vom Landwirt und Biologen Cornelis Hemmer aus Berlin.
Durch direkte und indirekte Eingriffe des Menschen hat die Population von Fledermäusen einen erschreckenden Rückgang erfahren. Beispielsweise durch den Einsatz chemischer Insektenbekämpfungsmittel oder das Zumauern von Einflugsöffnungen, Höhlen und Stollen und den oftmals damit verbundenen Verlust von Winterquartieren. Alle heimischen Fledermäuse halten Winterschlaf. Typische Unterschlüpfe sind kühle aber frostfreie (Baum-)Höhlen, Stollen oder, wie auf dem Burgdorfer THW-Gelände, der dunkle Bunker. Dort hatte die NABU-Ortsgruppe Hohlblocksteine als Versteckmöglichkeit angebracht. Die Braunen Langohren haben seit zirka November ihre Körperfunktionen auf „Energiespar-Modus“ heruntergefahren. Massive Störungen der Winterruhe könnten zum Aufzehren der energiereichen Fettreserven und zum Tod der Tiere führen. Fledermäuse schlafen allerdings nicht den ganzen Winter bis etwa Anfang April durch, sondern wachen immer mal wieder auf, weil sie „Pippi“ machen müssen oder um den Hangplatz zu wechseln.
Die meisten Fledermausschützer sind im NABU organisiert. „Doch erst seit gut 15 Jahren haben wir in Burgdorf und Umgebung damit begonnen, den Artenschutz von Fledermäusen in den Fokus zu nehmen“, erklärte Cornelis Hemmer. Die ersten dieser kleinen, baumbewohnenden Säugetiere lebten bereits zu Zeiten der Saurier. Der nächste noch lebende „Verwandte“ der Fledermäuse ist bei uns der Igel. Nach der untersuchenden Begehung in Burgdorf machte sich die Gruppe nach Hänigsen und Dollbergen auf, um dort weitere Winterquartiere in Augenschein zu nehmen.
Fragen zum wirksamen Artenschutz von heimischen Fledermäusen beantwortet Bernd Rose (NABU) unter der Telefonnummer 05136/ 812 65. Auch ein Besuch im Internet unter www.NABU-Niedersachsen.de gibt praktische Tipps zum Fledermausschutz.