Bleibt das Schwimmerbecken offen?

Aufsichtsratsvorsitzender und Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk (vorn) sowie Betriebsleiter Thilo Schumacher (links) und Geschäftsführer Eckhard Otto erklärten die Entscheidung zur Schließung des Beckens.

Lehrter sprechen sich deutlich gegen den Beschluss aus

DANA NOLL

LEHRTE. Der Unmut war deutlich zu spüren. „Wir sind heute hier, um Erkenntnisse zu gewinnen“, so der Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeister der Stadt Lehrte Klaus Sidortschuk.
Die Lehrter Bädergesellschaft hatte am vergangenen Donnerstagabend zu einer Info-Veranstaltung ins Kurt-Hirschfeld-Forum eingeladen.
Nachdem die Stadt Lehrte angekündigt hatte, das Schwimmerbecken im Freibad Lehrte nach nur drei Wochen Öffnung wieder zu schließen, gab es deutlich Gegenwind von den Bürgern. Zwar wollte die Stadt die Lehrter nicht auf dem Trockenen sitzen lassen, aber der Alternativvorschlag - das Hallenbad für den Rest der Freibadsaison zu öffnen - fand nur wenig Zustimmung. Das machten die etwa 150 Anwesenden im Forum auch mehr als deutlich. Eckhard Otto, Geschäftsführer der Lehrter Bädergesellschaft, kam nur schleppend durch seine Präsentation. Immer wieder kamen Zwischenrufe, die Zweifel an den vorgelegten Zahlen äußerten. Fakt ist aber, dass „das Bad mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen hat“, so Sidortschuk, „diese geben uns Anlass zum Nachdenken.“ Waren es in den 90er Jahren noch um die 130.000 Besucher, kamen in 2017 nur knapp über 32.000 Gäste. Der verregnete Sommer schien dafür aber nicht die einzige Erklärung zu sein. Starke Kritik gab es dabei an der Attraktivität des Bades, der Instandhaltung, der Wassertemperatur im Becken und vor allem an den Öffnungszeiten. „Kein Frühschwimmen am Montag, eine frühe Schließung am Abend, die es Berufstätigen unmöglich macht, das Bad noch zu nutzen und geschlossene Türen an Brückentagen“, wurden bemängelt. „Da ist man einfach viel zu unflexibel“, so die Anwesenden, die immer wieder auf die benachbarten Bäder in Burgdorf, Hänigsen oder Sehnde verwiesen. („Da klappt es doch auch!“)
Kritisiert wurde im Zuge der Diskussion um die Schließung des Schwimmerbeckens auch die mangelnde Kommunikation, die im Vorfeld mit den Bürgern hätte stattfinden müssen. „Da ist etwas schief gelaufen“, räumte Sidortschuk ein. Verwies aber darauf, „dass die Entscheidung letztlich ein Versuch sei, wieder mehr Menschen ins Bad zu bekommen.“
„Die Technik ist bereits 40 Jahre alt. Es wird viel Geld nötig sein, das investiert werden muss. Diese Investition muss aber in die richtige Richtung gehen. Daher brauchen wir Erkenntnisse, um die Kosten abzusichern, das kann nicht nur auf Vermutungen basieren“, erklärte Sidortschuk. „Doch das Becken dafür zu schließen, ist der falsche Weg“, so die einhellige Meinung der Schwimmer, die auch in Form einer Unterschriftenliste an Klaus Sidortschuk überreicht wurde.
In der kommenden Woche wird sich der Aufsichtsrat noch einmal mit der Schließung befassen. Diskutiert wird auch, wie sich die Öffnungszeiten optimieren lassen und ob es möglich ist, mit einem mobilen Blockheizkraftwerk, das Becken besser zu beheizen.