Besucherrekord beim Omnibustreffen

39 historische Busse waren auf dem Museumsgelände zu sehen.

Relikte und Rundfahrten im HSM

VON DANA NOLL

SEHNDE/WEHMINGEN. Schon 350 Eintrittskarten waren bereits eine Stunde nach Öffnung des Hannoverschen Straßenbahn-Museums verkauft. „Das wird ein neuer Besucherrekord beim Omnibustreffen“, freute sich nicht nur Pressewart Bodo Krüger. Bei bestem Sommerwetter strömten zahlreiche Familien, Hobby-Fotografen und Bus- und Bahnfans nach Sehnde-Wehmingen.
Bereits zum fünften Mal fand hier das Omnibustreffen statt. 39 historische Fahrzeuge waren zu sehen, aus ganz Norddeutschland und Berlin waren Linien- und Reisebusse angereist. „Das ist schon immer ein großer organisatorischer Aufwand“, berichtet Bodo Krüger. Das älteste Fahrzeug, ein Leichtbaubus vom Typ BK kam aus Wilhelmshaven, 1955 bei NWF (Nordwestdeutscher Fahrzeugbau) gebaut. Ein wahres Relikt, denn die Firma war eher im Flugzeugbau zu Hause und baute nur kurze Zeit Busse. Das Erfolgsrezept des NWF beruhte auf einer Zusammenarbeit mit dem Bremer Professor Henrich Focke, aus der eine dem Flugzeugbau entlehnte selbsttragende Gerippebauweise resultierte. Bei dieser wurde die Karosserie nicht mehr auf das Fahrgestell montiert, sondern ein Gerippe erstellt, an das die Achsen befestigt wurden. Außerdem enthielten diese Busse sehr viel Aluminium, was für zusätzliche Leichtigkeit sorgte. Auch optisch muteten Fahrzeuge dieser Bauart sehr futuristisch an und erinnerten an ein Flugzeug.
Auch die zwei Anderthalbdecker lockten viele interessierte Besucher. Nur noch zehn dieser Fahrzeuge sind in ganz Deutschland einsatzfähig. In den 60er Jahren waren diese als Alternative gebaut wurden, da der Gesetzgeber die bis dahin üblichen Busse mit Anhängerbetrieb aus Sicherheitsgründen verboten hatte. Mit nur einer Höhe von etwa 1,20 Meter im Oberdeck, konnte man die Fahrt nur sitzend erleben.
Das weitläufige Freigelände des Museums bot eine hervorragende Möglichkeit, den Besuchern diese historischen Busse auch im Betrieb zu zeigen. Als Besonderheit fanden  über den ganzen Tag die beliebten Rundfahrten durch das „Große Freie“ statt, eine besondere Art das historische Siedlungsgebiet rund um Lehrte und Sehnde zu entdecken.
„Omnibusse sind die Profis im Personentransport. Sie sind nicht schienengebunden und damit ein flexibles Massentransportmittel nicht nur als Ergänzung zum Straßenbahnbetrieb. In vielen Städten wie beispielsweise in Hamburg oder Berlin, wurden schon vor Jahrzehnten die Straßenbahnen abgebaut und so dienen heute dort Busse als alleinige Beförderungsmittel im öffentlichen Nahverkehr“, so Uwe Wöhl vom HSM-Orgateam, „In Zukunft wird sich daran wenig ändern. Die E-Mobilität wird aber weiter voranschreiten.“