Berührendes Schauspiel um zerplatzte Lebensträume

Die Glasmenagerie: Katharina Wilberg (Laura Wingfield), Simone Mende (Amanda Wingfield) und Dennis Habermehl (Tom Wingfield). (Foto: TfN)

„Die Glasmenagerie“ am 2. März im Theater am Berliner Ring

BURGDORF (r/bs). Am Freitag, 2. März, geht die aktuelle Spielzeit des Theaters am Berliner Ring mit einem neuen Gastspiel des Theaters für Niedersachsen weiter. Der VVV und die Stadt Burgdorf präsentieren Tennessee Williams´ packendes Familiendrama „Die Glasmenagerie“.
Die Vorstellung beginnt um 20.00 Uhr. Zu einer kostenlosen Einführung in das Bühnengeschehen ist das Publikum um 19.30 Uhr eingeladen. Theaterkarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und im Bürgerbüro (Rathaus III, Spittaplatz 4). VVV-Mitglieder und Jugendliche erhalten im Vorverkauf Ermäßigungen.
Ort der Bühnenhandlung ist die amerikanische Kleinstadt St. Louis in den 1930er Jahren. Hier lebt Amanda Wingfield mit ihren beiden erwachsenen Kindern Tom und Laura in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen. Der Vater hat die Familie bereits vor 17 Jahren im Stich gelassen. Alle drei wünschen sich ein besseres Leben und flüchten auf die eine oder andere Weise aus der trostlosen Realität. Tom träumt von einer Karriere als Schriftsteller, muss aber in einer Schuhfabrik den Lebensunterhalt für die Familie verdienen. Am Abend tröstet er sich gerne mit Alkohol. Die nach einer Kinderkrankheit leicht körperbehinderte Laura hat sich ganz in ihre versponnene Welt einer Sammlung von Glastierchen zurückgezogen, die sie ihre Glasmenagerie nennt.
Mutter Amanda lebt gedanklich in ihrer längst vergangenen Jugend als Südstaatenschönheit. Der einzige Ausweg aus ihrer Hoffnungslosigkeit besteht für sie in der Suche nach einem vor allem in finanzieller Hinsicht passenden Mann für Laura. Von dessen zu erwartendem Einkommen und sozialen Status verspricht sie sich eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse. Als Tom seinen Arbeitskollegen Jim, für den Laura in der Schulzeit geschwärmt hat, zum Essen mit der Familie einlädt, heften sich Amandas Hoffnungen krampfhaft an den potenziellen Schwiegersohn. Sie arrangiert ein übertrieben festliches Abendessen, in dessen Verlauf sie Laura und Jim mit allen Mitteln zu verkuppeln versucht. Doch der Besuch von Jim endet für alle in einem Desaster, da sich herausstellt, dass er schon verlobt ist. Als Amanda ihren Sohn für das Fiasko verantwortlich macht, verlässt dieser – wie damals sein Vater - wutentbrannt die Familie. Er ist entschlossen, Seemann zu werden. Seine enttäuschte Mutter und die in dumpfes Brüten versunkene Schwester bleiben zurück.
Am 29. Dezember 1944 fand die Uraufführung der „Glasmenagerie“ in Chicago statt, auf die mehr als 500 Aufführungen am Broadway und am 17. Oktober 1946 die deutschsprachige Erstaufführung am Stadttheater Basel folgten. Mit dem von ihm als „Spiel der Erinnerungen“ bezeichneten und als Rückblende dargestellten Stück gelang dem Dramatiker Tennessee Williams (1911-1983) der künstlerische Durchbruch. Es folgten mit „Endstation Sehnsucht“, „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ und „Die tätowierte Rose“ weitere Welterfolge, die ihn zu einem der gefragtesten Bühnenautoren Amerikas machten.
In der Inszenierung von Gero Vierhuff sind Simone Mende, Katharina Wilberg, Dennis Habermehl und Moritz Nikolaus Koch als Hauptdarsteller zu sehen.