Belle Italia! Venezianische Nacht in St. Nikolaus

Robert Hafke in der Bütt. (Foto: Wolfgang Obst)
 
Eine kunstvolle, venezianische Maske war ein Highlight bei den Verkleidungen. (Foto: Wolfgang Obst)

Ein begeisterndes Programm beim Gemeindefasching

BURGDORF (r/jk). Pünktlich um 20.11 Uhr hieß es im völlig ausverkauften Saal der St. Nikolaus-Pfarrgemeinde auch in diesem Jahr „Burgdorf Helau“. Passend zum Motto des Abends „Bella Italia!“ erschienen zahlreiche Besucher entsprechend gekleidet. Unter ihnen Gondolieres und Pizzabäcker. Zu bewundern waren aber auch kunstvolle venezianische Masken.
Den Reigen der gut vierstündigen Karnevalssitzung eröffnete die „Blond AG“ des SV Hertha Otze. Erstmals so richtig zum Schunkeln ging es beim Auftritt der drei Gondoliere, Robert Hafke, Dirk Tribian und Thomas Degro, zu. Sie sollten noch mehrmals am Abend für große Ausgelassenheit sorgen. Mit Azzurro, Kornblumenblau und all den bekannten Liedern vom Rhein war die Stimmung schon wenige Minuten nach Eröffnung der Veranstaltung auf dem Höhepunkt.
In seiner Büttenrede erklärte Wolfgang Hüßler dem närrischen Publikum wie schon sein Urururgroßvater Gelati produzierte und es nur bei ihm das beste Eis der Welt gäbe. Später trat Hüßler noch als Pizzabäcker auf. Sein Angebot, die Pizza, besetzt mit Weinbergschnecken aus dem eigenen Garten, mochte dann doch keiner der Gäste so richtig annehmen. Er ist aus der Bütt von St. Nikolaus eigentlich gar nicht mehr wegzudenken. Als Italienurlauber machte Hafke auf das Aufmerksam, was ihm alles widerfahren war und er daher lieber Urlaub in die Eifel mache. Das närrische Publikum war mehrmals einfühlsam bei ihm.
Über ihre Erlebnisse einer Romfahrt, das Warten auf den Bus, die Schwierigkeiten beim Bestellen von Getränken, wenn man der Sprache nicht mächtig ist, und der geplanten Audienz beim Papst berichteten vier junge Frauen aus der Gemeinde.
An die legendäre Pressekonferenz von Giovanni Trapatttoni, einst Trainer des FC Bayern München, erinnerte Markus Beigel bei seinem Auftritt im gebrochenen Deutsch, wie ehemals Trapattoni. „Ein Trainer nich ein Idiot!“, erklärte er sichtlich erregt, um dann zum Grund seines Frusts zu kommen: „In diese Spiel, wie zwei oder drei, diese Spieler ware schwach wie eine Flasche leer! Strunz!“, so redete er sich immer weiter in Rage. „Strunz ist zwei Jahre hier, hat gespielt zehn Spiel, ist immer verletzt.“ Mittlerweile standen Beigels Arme kaum noch still und die Röte stieg ihm ins Gesicht. „Was erlauben Strunz!?“, brüllte er vor Empörung über diesen Spieler. Und so ging es weiter, bis schließlich zum sprachgewaltigen Ende: „Ich habe fertig!“ Stehender Applaus für eine gelungene Bütt.
Der wohl unumstrittene Höhepunkt war wieder einmal der Auftritt der Machos. Bekleidet im schwarzen Anzug, mit dunkler Sonnebbrille und Geigenkasten berichteten sie ihrem Paten, Norbert Gebbe, welche Erfolge sie nach dem erbitterten Bandenkrieg mit ihrem Mafiaclan Cosa Macha und der Übernahme der Macht in Burgdorf erzielt haben. Leider fiel die Erfolgsgeschichte der Mafiosi mehr als dürftig aus. Was den im Rollstuhl sitzenden rauchenden Paten zunehmend nervte und er seine Machos schon einbetonieren lassen wollte. In Burgdorf ist nichts mehr zu holen, vermerkte der Pate. Er wolle nunmehr das Revier wechseln. Dunkle Geheimnisse und volle schwarze Kassen gäbe es besonders im Vatikan. Auf der Bühne des Pfarrsaales entstieg weißer Rauch: „Habemus Papam!“ Der Pate als Papst, um sich zugleich mit seinen unterwürfigen Machos an die Kasse des Vatikans zu machen.
Die Federführung der Faschingsveranstaltung lag in diesem Jahr erstmals bei Magdalena und Thomas Degro. Sie sorgten mit vielen anderen vor und hinter der Bühne für ein begeisterndes Programm, das durchaus mit manchen Auftritten im Fernsehen mithalten konnte.