Beim Klimaschutz hat Burgdorf noch viel Luft nach oben

SPD-Landtagskandidat Hans-Jürgen Licht unterstrich die zentrale Bedeutung der Windenergie als „natürliche Ressource“. (Foto: Georg Bosse)

„Mund-zu-Mund-Beatmung“ bei Beratungen zur energetischen Modernisierung

BURGDORF (gb). Erneuerbare Energien und Energieeinsparungen seien die tragenden zwei Säulen, um den Herausforderungen der öffentlich verkündeten und politisch gewollten Energiewende gerecht zu werden, sagte Burgdorfs SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Europaparlamentarier Bernd Lange in der vergangenen Woche im Burgdorfer Veranstaltungszentrum (VAZ). Dorthin hatte die SPD den Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, Udo Sahling sowie ihren Lehrter Landtagskandidaten Hans-Jürgen Licht eingeladen, um mit interessierten Bürger/innen und Kommunalpolitiker/innen über die „Chancen für den Klimaschutz in der Region Hannover“ zu sprechen.
Er sei mit einem Elektroauto der Einladung nach Burgdorf gefolgt, so Sahling vor etwas mehr als 30 Gästen, darunter unter anderen Simone Heller, Maria Leykum und Detlef Knauer (B`90/Grüne), Michael Fleischmann (Linke) und Gero von Oettingen (CDU). Im Rahmen des kommunalen Klimaschutzprogramms hat sich Burgdorf bis 2020 eine Kohlendioxid-Reduzierung auf 5,9 Tonnen und bis 2050 eine Emissions-Senkung auf zwei Tonnen pro Einwohner als ehrgeiziges Ziel gesetzt. Dabei werden bundes- und länderpolitische Weichenstellungen auch Auswirkungen auf Burgdorf haben. So seien der Aufbau von Stromnetzen und Speicherkapazitäten Bundes- bzw. Ländersache, sagte der Experte für die Energiewende in der Region. „Energieeinsparung ist ein zentraler Punkt. Dazu brauchen wir „aktive Stadtwerke“ vor Ort, neue Standorte für Windkrafträder mit geänderten Höhenbegrenzungen, ein Energiemanagement für kommunale Gebäude und für den öffentlichen Güter- und Personenverkehr, sowie zeitlich unbegrenzte Beratungsprogramme für die Bürgerinnen und Bürger“, erklärte Udo Sahling. Zwar ist die Region Hannover bereits bei Passivhausbauten spitze, aber gerade bei bei den kostenlosen Klimaschutzagentur-Kampagnen „Gut beraten starten“, sei bei den privaten Gebäudeeigentümern zur Einsicht in energetische Modernisierungen immer noch eine direkte „Mund-zu-Mund-Beatmung“ notwendig. „Den Erhöhungen der Energiekosten kann man jedoch mit Einsparmaßnahmen entgegenwirken“, betonte Sahling.
SPD-Landtagskandidat Hans-Jürgen Licht unterstrich die zentrale Bedeutung der Windenergie als „natürliche Ressource“ in Niedersachsen. Um der Energiewende Rückenwind zu verleihen, will die SPD Anreize für ökologische Investitionen stärken. Sollte aber die Beteiligung an diesem Klimaforum im Burgdorfer VAZ-Foyer ein Indikator für das ernsthafte Interesse am „Klimaschutz vor Ort“ sein, bleibt in und für diese Stadt noch sehr viel Luft nach oben.