Begehrte Ratsscheibe ging an Urs-Uwe Simanowsky

Bürgermeister Alfred Baxmann, Silvana Böhmecke, Schießsportleiterin Silke Hartung, Urs-Uwe Simanowsky und Schützenchef Jörg Hoppe mit den beiden Holzscheiben. (Foto: st)
 
Silvana Böhmecke und Urs-Uwe Simanowsky präsentierten ihre Schüsse auf die Scheiben vor dem Plakat mit Hinweis auf das Burgdorfer Schützenfest. (Foto: st)

50. Ratsschießen war der inoffizielle Start für das Burgdorfer Schützenfest

BURGDORF (st). Es ist das Zusammentreffen von unterschiedlichen und manchmal auch konkurrierenden Interessen, aber das Ratsschießen ist auch ein gesellschaftliches Ereignis und inoffiziell alljährlich der Start zum größten Burgdorfer Volksfest, dem Schützenfest, das vom 25. bis 28. Juni in der Auestadt stattfinden wird.
Die Mitglieder von Rat und Verwaltung der Stadt und der Ortsteile sowie die Vorstandsmitglieder der verschiedenen Korporationen der Schützengesellschaft trafen sich am vergangenen Mittwoch und hatten neben Gesprächen, Spaß und einer zünftigen Vesper auch den sportlichen Aspekt vor den Scheiben im Blick. Auch in diesem Jahr war die Beteiligung an dem Schießen mit dem Kleinkalibergewehr auf die 50m entfernten Scheiben wieder gut, denn 58 Teilnehmer versuchten zielsicher möglichst einen optimalen Schuss in die Mitte der Scheiben anzusetzen.
Bürgermeister Alfred Baxmann war mit der Beteiligung der Verwaltung am 50. Ratsschießen nicht ganz so zufrieden: „Es hätten mehr sein dürfen, aber es ist eine schöne Tradition, mit dem Ratsschießen die Schützenfestzeit zu beginnen. Es hat einen Wandel in der Betrachtung der Schützen gegeben. Die Schützengesellschaft pflegt weiterhin die Tradition, aber sie betrachtet auch die neue Zeit und hat erkannt, dass sich die Zeit ändert. Mit neuen Ideen hat die Gesellschaft schon im vergangenen Jahr gezeigt, dass das Schützenfest weiterhin das gesellschaftliche Ereignis in Burgdorf ist.“
Das Schützenfest ist immer wieder eine Werbung für Burgdorf, erfordert aber auch logistische Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Schützen. Hier ist oftmals der kurze Dienstweg gefragt und eine gemeinsame Planung, die nur mit der Bereitschaft für Lösungen gefunden werden kann. Und dazu ist das Ratsschießen eine wichtige Institution.
Zu gewinnen gab es neben der guten abendlichen Unterhaltung eine Schützen- und eine Ratsscheibe. Die beiden großen Holzscheiben sind nicht nur bei den Schützen sehr begehrt, auch in Rat und Verwaltung hoffen viele auf den goldenen Schuss, um sich gegenüber den Kollegen ein Jahr lang als Gewinner feiern lassen zu können. Die Ratsscheibe wird bereits seit 1966 ausgeschossen und geht auf die Einladung der Stadt zurück, die den Kontakt mit der Schützengesellschaft und deren Mitglieder intensiveren wollte und den Wettbewerb ins Leben rief. Die Schützenscheibe wird seit 1971 ausgeschossen und von der Schützengesellschaft gestiftet.
Ein wenig attraktiver ist bei allen Teilnehmern die Ratsscheibe, da dort schon ein wenig mehr Tradition dahinter steht. Gewinner waren in den letzten Jahren Alfred Dittmer (1966), als erste Frau Charlotte Zinke (1970), Horst Bindseil (1974), der ehemalige Bürgermeister Alfred Ziemba (1990), Leo Reinke (1995) oder Karl-Ludwig Schrader (2005). Der erste Gewinner der Schützenscheibe war Hermann Binde 1971. Der heutige Bürgermeister der Stadt, Alfred Baxmann, sicherte sich den Zinnteller, im Jahr 1999. Bisher gab es zwei Doppelsieger. 1979 konnte Jürgen Schlüter beide Scheiben in einem Jahr gewinnen. Dieses Kunststück gelang 2013 auch dem heutigen Vorsitzenden der Schützengesellschaft Jörg Hoppe.
Bei der Siegerehrung der einzelnen Wettbewerbe wurde Schießsportleiterin Silke Hartung für die perfekte Organisation gelobt. Zusammen mit ihren Helfern hatte sie wieder einmal für die korrekte und sichere Abwicklung des Schießens gesorgt, denn die Vertreter von Rat und Verwaltung schießen ja nicht ständig und da ist Disziplin und Vorsicht auf dem Schießstand angebracht. Aber auch in diesem Jahr verlief alles reibungslos und so konnten die Gewinner ihre Scheiben in Empfang nehmen.
Die Schützenscheibe gewann Silvana Böhmecke von den Jungschützen mit einem tollen 28,6-Teilerschuss. Sie ließ Sylke Jahn (85,4) und Iris Simanowsky (146,7) keine Chance. Bei der Ratsscheibe waren die Ergebnisse nicht ganz so gut und am Ende war ein Unterschied von 29,2 Teiler ausschlaggebend für den Sieg. Urs-Uwe Simanowsky gewann die begehrte Trophäe mit 171,0 Teiler bereits zum dritten Mal vor Irana Hoppe (200,2) und Gerhard Redeker (257,3). Bereits sein 41. Ratsschießen in ununterbrochener Reihenfolge erlebte Ehrenratsherr Günther Neben, der auch ältestes Mitglied der Burgdorfer Schützengesellschaft ist.