BBS-Fahrzeugtechniker entwickeln dreirädriges Leichtfahrzeug

Die Absolventin und Absolventen der Fachschule Fahrzeugtechnik 2015. (Foto: Daniela Rosendahl)
 
Christopher Reineke und Henrik Dill (v.l.) demonstrieren die Bauweise des Rückwärtsgangs. (Foto: Daniela Rosendahl)

Einjährige Projektarbeit wurde erfolgreich abgeschlossen

BURGDORF (r/jk). Es ist leicht, verbraucht weniger als drei Liter und kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometer im normalen Straßenverkehr mithalten: Die Absolventin und Absolventen der Fachschule Fahrzeugtechnik der BBS Burgdorf haben ein dreirädriges Leichtfahrzeug entwickelt und gebaut: das „Three-Fixx“.
Das Leichtfahrzeug ist das Ergebnis einer einjährigen Projektarbeit. Die Idee der Absolventen war, ein Fahrzeug für den täglichen Berufsverkehr zu entwickeln, das wenige Ressourcen verbraucht und günstig in der Herstellung ist. Geplant und entwickelt haben die Techniker, die sich nach dem Abschluss der Ausbildung auch Meister nennen dürfen, das Fahrzeug selbstständig.
In vier Teams aufgeteilt haben sie jeweils einen der Schwerpunkte Elektronik und Bedienung, Antrieb, Rahmen und Fahrwerk sowie Karosserie bearbeitet. Das Fahrzeug ist von der DEKRA abgenommen und für den Straßenverkehr zugelassen.
Die Projektidee: Ausgangspunkt war die typische fahrzeugtechnische Bedarfssituation eines Berufspendlers im städtischen Großraum, aber auch im ländlichen Berufsverkehr mit Distanzen zwischen 10 bis 40 Kilometern auf Schnellwegen und Landstraßen bzw. im Stadtverkehr.
In insgesamt vier Teams ist aus der Idee nun Realität geworden: Das Team „Elektrik & Bedienung“ entwickelte das Bordnetz sowie der Integration einer innovativen LED-Beleuchtungsanlage nach geltenden rechtlichen Vorschriften und gestaltete das Cockpit.
Das Team „Antrieb“ hat einen geeigneten Motor gesucht und angepasst, das Spenderfahrzeug ist ein Peugeot Satelis 125 Kubikzentimeter, und den Antrieb an die Gegebenheiten des Projektfahrzeuges angepasst, eine Tankeinheit am Rahmen des dreirädrigen Fahrzeuges montiert sowie u.a. die Motorkühlung inklusive der Kühlungsleitungen und des Wärmetauschers angepasst. „Eine größere Herausforderung bestand in der Konstruktion eines Rückwärtsganges, da das Spenderfahrzeug als Zweirad natürlich nicht über einen solchen verfügte. Dazu wurde eine eigene Vorrichtung entwickelt“, berichten Henrik Dill und Christopher Reinecke aus dem Team.
Eine Kernaufgabe des Teams „Rahmen & Fahrwerk“ bestand darin, ein baulich kleines, leichtes, aber dennoch zulassungsfähiges Fahrwerk zu entwickeln und entsprechend zu bauen. „Wir haben z. B. Komponenten eines Quads und eines Fahrzeugs aus dem Buggy-Bereich verwendet, aber auch zum Teil selbst konstruiert und gefertigt“, erklärt Patrick Schmuhl aus dem Team, „auch die Bereifung musste speziell angepasst werden.“
Die Hauptaufgabe des „Karosserie“-Teams bestand darin, für das Fahrzeug eine formgebende, gefällige und aerodynamische Außenhaut zu entwickeln: ganzjahrestauglich, das zulässige Gesamtgewicht einhalten, zulassungsfähig sein usw.
Nun können die Projektanden Erfolg vermelden: „THREE-FIXX®“ fährt nicht nur, sondern ist auch straßenzulassungsfähig. „Angesichts des knappen Zeitbudgets und begrenzter finanzieller Mittel eine herausragende Leistung!“, resümiert Koordinator Christoph Falkner das Projekt, „und ohne die Unterstützung der zahlreichen Sponsoren und die Beratung durch Roger Flüg von der DEKRA auch nicht denkbar.“
Die Fahrzeugtechniker/in und Meister/in 2015: Patrick Braun, Henrik Dill, Dimitri Herdt, Sebastian Fiedler, Torsten Fiedler, Marten Heuer, Eike Kellert, Wie Liu, Sascha Lempp, Sonja Meyer, Daniel Möller, Kai Nolte, Manuel Otto, Christopher Reinecke, Martin Richter, Alexander Rusche, Dennis Sajonz, Patrick Schmuhl, Christian Strepkowski, Marcel Winkler.