Ausstellung zeigte steinigen Weg von Frauen im Sport

Nationalspielern Stina Johannes (Mitte) berichtete von ihren Erlebnissen beim Frauenfußball. (Foto: Dana Noll)

Oftmals fehlt es immer noch an Chancengleichheit

BURGDORF (dno). Zum Internationalen Frauentag eröffnete im Rathaus I in Burgdorf die Ausstellung „Höher, schneller, Gleicher? - Frauen im Sport“. Zahlreiche, vor allem weibliche Gäste, waren gekommen, um mit den Referentinnen aus Sport und Politik ins Gespräch zu kommen. Stina Johannes, Heeßels erste Torwartin im Nationalteam, berichtete von ihren Erlebnissen und Eindrücken im Frauenfußball.
Ein „Kaffee- und Tafelservice, 1B-Ware“ bekam die Deutsche Nationalmannschaft im Frauenfußball als Preisgeld für ihren Sieg bei der Europameisterschaft im Jahr 1989. Zwar gab es dann im Jahr 2011 mit 50.000 Euro ein Preisgeld für jede Spielerin, aber im Vergleich sahnten die Herren lediglich für den 3. Platz bei der WM 2010 gleich 100.000 Euro pro Spieler ab.
Dies verdeutlicht, dass die Verdienste im Spitzensport, ganz besonders wenn Frauen die „Männerdomänen“ wie Fußball, angreifen, noch weit auseinander liegen. Die Wanderausstellung „Höher, schneller, Gleicher? – Frauen im Sport“, die bis zum 18. März im Rathaus I, in der Marktstraße Burgdorf, zu sehen war, verdeutlichte, wie sich der Frauensport in Deutschland entwickelt hat, die Anfänge und auch die Widerstände. Passend zum Themenjahr „Burgdorf bewegt sich“ zeigte die KULTURelle GbR mit der Gleichstellungsbeauftragten sowie dem Arbeitskreis Frauen in Burgdorf den steinigen Weg im Frauensport.
„Sport ist der Spiegel der Gesellschaft. Es ist zwar viel passiert, dennoch fehlt es oft an Chancengleichheit, doch beide Geschlechter sollten sich entfalten können“, so Ela Windels, Referentin für Gleichstellung beim Landessportbund. Doch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit dem Sport, die Lohnunterschiede sowie das Fehlen von Frauen in Führungspositionen bei den Sportbunden erschweren die Gleichberechtigung.
Doch Sportarten wie Kickboxen erleben derzeit bei Mädchen einen großen Zulauf. Schwimmen und Radfahren, noch vor Jahren der Männerwelt vorbehalten, sind heute eine Selbstverständlichkeit für Frauen in unserem Land. 1990 lag die Frauenquote in den Vorständen der Sportbünde lediglich bei 17 Prozent, 2015 waren es bereits über 20 Prozent. „Dennoch dürfen wir uns auf unseren Erfolgen nicht ausruhen“, so Windels.