Ausstellung: „Schweigend spricht der Stein“

Der Grabstein von Jenny Cohn auf dem jüdischen Friedhof in Burgdorf. (Foto: VVV)

Führung und Besuch des jüdischen Friedhofs

BURGDORF (r/jk). Zu einer Sonderführung durch die Ausstellung „Schweigend spricht der Stein – Bilder jüdischer Grabstätten aus Hannover und Burgdorf“ lädt VVV Ü 50 - Club für aktive (Un)Ruheständler am Mittwoch, 16. November, ein. Die von Brigitte Janssen, Mitglied des Ausstellungsteams, geleitete Führung beginnt um 14.00 Uhr in der KulturWerkStadt (Poststraß 2) und geht danach auf dem jüdischen Friedhof in der Uetzer Straße weiter. Für das bis zum 27. November laufende Ausstellungsprojekt sind der Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“, die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden der Stadt und Scena - der Kulturverein im VVV verantwortlich. Teilnehmerkarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136/1862, und an der Tageskasse in der KulturWerkStadt. VVV-Mitglieder erhalten Ermäßigungen.
Bei ihrem Rundgang durch die Ausstellung stellt Brigitte Janssen die Fotografien der historischen jüdischen Friedhöfe in Hannover und in Burgdorf vor. Dabei ruft sie die biografischen Hintergründe der in Burgdorf bestatteten jüdischen Einwohner in Erinnerung. Ein weiteres Augenmerk liegt auf Erinnerungstafeln für die in der NS-Zeit geschändeten Grabsteine des Burgdorfer jüdischen Friedhofs. Zudem erinnert Brigitte Janssen an Burgdorfer Juden und Jüdinnen, die nicht in Burgdorf bestattet werden konnten, da sie die Nationalsozialisten verschleppten und an anderen Orten ermordeten. Im Blickpunkt stehen auch Fotos von Grabsteinen ehemaliger Burgdorfer Bürger jüdischen Glaubens, die vor den Nazis ins Ausland emigrierten und dort ihre letzte Ruhestätte fanden.
Im Anschluss besucht Brigitte Janssen mit ihren Begleitern den gegen Ende des 17. Jahrhunderts erstmals genutzten jüdischen Friedhof in der Uetzer Straße. 102 jüdische Grabsteine sind dort erhalten. In der Zeit des Nationalsozialismus fielen fast 50 Grabsteine antisemitisch motiviertem, fanatischem Vandalismus zum Opfer. Mit der Beerdigung der am 23. Januar 1936 verstorbenen Lina Rosenberg fand die letzte jüdische Bestattungszeremonie auf diesem Friedhof statt. In den 1980er Jahren kam es zu Instandsetzungsarbeiten mit Unterstützung des Gymnasiums. Für die Pflege des Friedhofs ist der Landesverband der jüdischen Gemeinden Niedersachsens verantwortlich.