Ausstellung mit Bildern jüdischer Grabstätten eröffnet

Historiker Dr. Peter Schulze hielt die Eröffnungsrede vor den interessierten Besuchern. (Foto: Dana Noll)

KulturWerkStadt zeigt Bilder bis 27. November

BURGDORF (dno). Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November eröffnete in der KulturWerkStadt Burgdorf, Poststraße 2, die Ausstellung „Schweigend spricht der Stein“. Hier werden noch bis zum 27. November 2016 Bilder jüdischer Grabstätten aus Hannover und Burgdorf gezeigt.
Etwa 1.800 jüdische Friedhöfe sind bundesweit erhalten, davon in Niedersachsen etwa 230 und in der Region Hannover mehr als 20 Grabstätten. Der kleine jüdische Friedhof in Burgdorf in der Uetzer Straße ist ein geschütztes Kulturdenkmal und die etwa 102 Gräber erzählen die Geschichten der jüdischen Menschen in der Stadt. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1750.
Unter dem Titel „Schweigend spricht der Stein“, von Nelly Sachs, eröffnen nun Fotografien und Begleitschriften einen Einblick in „die Menschlichkeit oder auch Unmenschlichkeit!“ „Die Ausstellung möchte den Besuchern die Grabstätten als letzte sichtbare Zeugnisse von Religion, Kultur und Alltagsleben des deutschen Judentums zeigen – vor seinem gewaltsamen Ende“, so Historiker Dr. Peter Schulze, der eine der Eröffnungsreden in der KulturWerkStadt hielt.
Auf den Fotografien werden die Riten zum Leben und auch zum Sterben gezeigt. Zentrale Motive, Inschriften und starke Symbolik auf den Grabsteinen zeigen den würdevollen Umgang der jüdischen Gemeinde mit dem Ableben. Ob barocke und florale Symbole wie Eichenlaub, traditionelle Bilder wie beispielsweise Priesterhände oder der „Davidstern“, die Gestaltung der Ruhestätten sind vielfältig und zeugen von einer starken Verbindung zu Tradition und Angedenken der Toten. Sie haben sowohl eine religiöse als auch eine historische Bedeutung.
„Es lässt unsere eigene Wahrnehmung überdenken. Jüdische Friedhöfe sind Orte der Begegnung und Dialogbereitschaft. Sie sind eine dauerhafte Mahnung an Politik und Zivilgesellschaft“, so Susanne Bürig-Heinze vom Gymnasium Burgdorf, welches 1979 die Patenschaft für den jüdischen Friedhof übernahm.
Neben der Ausstellung bietet der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November interessante Vortragsreihen zur Trauer- und Bestattungskultur an. So gibt am 15. November 2016 Dr. Gabor Lengyel einen tieferen Einblick ins Judentum, am 17. November 2016 schließt sich mit Yilmaz Kaba das Ezidentum an und am 22. November 2016 folgt der Vortrag zum Christentum von Superintendentin Sabine Preuschoff-Kleinschmidt vom Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Burgdorf.