Ausdrucksvolle Stationen auf der Burgdorfer „Kunstmeile“

Die Fotoimpressionen „La Cara Doble“ (Das doppelte Gesicht) sind nicht nur ambitionierte Stadt- und Naturporträts, sondern erzählen auch einen Teil persönlicher Geschichte des Künstlers Martin C. Wolfstein. (Foto: Georg Bosse)

Stadtporträts von Buenos Aires und Montevideo im Rathaus I

BURGDORF (gb). Mit der Lichtbilderausstellung „La Cara Doble“ (Das doppelte Gesicht) wurde im historischen Rathaus I die Kunstmeile zum jüngsten Verkaufsoffenen Sonntag von Bürgermeister Alfred Baxmann eröffnet. Die Fotografien des Künstlers Martin C. Wolfstein, die zum Teil städtebauliche Zeugnisse der südamerikanischen Metropolen Buenos Aires (Argentinien) und Montevideo (Uruguay) beleuchten, sind im Eingangsbereich des (Teil-)Verwaltungssitzes an der Marktstraße 55 während der offiziellen Öffnungszeiten noch bis zum Freitag, 2. November, zu betrachten.
Neben der Vernissage zu „La Cara Doble“ mit dem Violinentrio Kirsten Betz, Julia Kwiecinski und Giulietta Elezi von der Musikschule Ostkreis Hannover gehörten auch die Eröffnung der SCENA-Kunstausstellung des Malers Ricardo Fuhrmann in der Magdalenenkapelle und der Auftakt zur Collagen-Präsentation „Kunst-Währung“ der Künstlerin Kerstin Nieto-Madrid in der Stadtsparkasse zu den ein- und ausdrucksvollen Stationen der Burgdorfer „Kunstmeile“.
„Mit der Ausstellungsreihe im Burgdorfer Rathaus I, die schon seit 14 Jahren ihr Publikum findet, möchten wir den Menschen nicht nur den Zugang zur Politik, sondern auch zur Kunst ermöglichen“, machte Baxmann Werbung in „eigener Sache“. Die Aufnahmen von Martin C. Wolfstein sind künstlerisch ambitionierte Stadtporträts, die den Facettenreichtum und den teils morbiden Charme der beiden Hauptresidenzen am Rio de la Plata widerspiegeln. Sie erzählen auch ein Stück persönlicher Geschichte Wolfsteins, der über die in Chile lebenden Großeltern schon in seiner Kindheit früh eine Affinität zum Spanischen entwickelte. Dem Spanisch- und Sozialwissenschaftsstudium in Madrid folgte später eine Ausbildung zum Mediengestalter. Für Dokumentationsrecherchen über das Bandoneon, das eine deutsche Erfindung von Heinrich Band aus Krefeld und heute als instrumentaler Begleiter des Tangos nicht mehr wegzudenken ist, kam Martin C. Wolfstein nach Argentinien und Uruguay. Dabei entstanden die lichtbildnerischen Impressionen zum „doppelten Gesicht“ am Rio de la Plata. Ergänzt wird diese Ausstellung durch eben solch ein Bandoneon sowie durch alte Stadtpläne und historische, schwarzweiße Postkartenansichten von Buenos Aires.