Auf den Spuren der „Gläsernen Wand“

Das Elternhaus von Ernst P. Blumenthal in der Louisenstraße. (Foto: SMB)

Stadtführung mit Brigitte Janssen am 11. November

BURGDORF (r/jk). Als ein mahnendes Dokument der Erinnerung an ein dunkles Kapitel Burgdorfer Geschichte schildert Ernst Pinchas Blumenthals autobiografischer Roman „Die gläserne Wand“ den Niedergang der Burgdorfer jüdischen Gemeinde in den 1920er und 1930er Jahren. Am Sonntag, 11. November, lädt Stadtmarketing Burgdorf zu der Sonderführung „Auf den Spuren der Gläsernen Wand – Jüdische Häuser in Burgdorf“ ein. Anlass ist der 100. Geburtstag Blumenthals am 10. Oktober.
Stadtführerin Brigitte Janssen folgt mit der Teilnehmergruppe Blumenthals Spuren durch die Stadt und trägt an ausgewählten Orten, die im Buch vorkommen, die entsprechenden Textpassagen vor oder erzählt über sie. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr am Wicken-Thies-Brunnen auf dem Spittaplatz. Teilnehmerkarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136/1862.
Ernst Pinchas Blumenthal (1912 - 1983) hat von 1915 bis 1930 in Burgdorf gelebt. Er hat seine Kindheit und Schulzeit in der Louisenstraße als Pflegesohn des jüdischen Lehrers Meyer Löwenstein und seiner Frau Ida verbracht. Nach Abitur und Jurastudium emigrierte er 1933 nach London und später nach Palästina. In Israel lebte er als bekannter Pädagoge bis zu seinem Tod in Jerusalem. In seinem Buch, das bereits 1960 geschrieben, aber erst 2004 veröffentlicht wurde, erzählt Blumenthal von seinen Kindheitserlebnissen „in der kleinen Stadt“ und beschreibt viele Personen aus seinem damaligen Umkreis.