Asylsuchender oder Flüchtling ist häufig die Frage

Bei der Bürgersprechstunde in der „Schützenkate“ mit Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger und Dieter Lüddecke (v.l.) drehte sich alles um Flüchtlinge und ihre Unterbringung in Burgdorf und Sorgensen. (Foto: Georg Bosse)

„Hauptstraße“ Sorgensen für Flüchtlingsunterbringung nicht in Planung

SORGENSEN (gb). In der Bürgersprechstunde, zu der Sorgensens Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger am zurückliegenden Freitagabend in die „Schützenkate“ eingeladen hatte, drehte es sich allein um das Thema „Flüchtlinge und ihre Unterbringung“. Für den informativen Einstieg zu einer eventuellen Aussprache mit den rund 30 interessierten Bürgern hatte Schwerdtfeger den Ehrenvorsitzenden der FDP Region Hannover, Dieter Lüddecke (Burgdorf), gewinnen können.
Der Alt-Liberale, der sich jetzt selbst gern als „Politrentner“ bezeichnet, hatte im Vorfeld bei einem Gespräch mit Hannovers Sozialdezernenten Erwin Jordan erfahren, dass die Region im ersten Quartal des aktuellen Jahres einen Zugang von etwa 3000 geflüchteten Personen zu verzeichnen hatte. Nach Worten von Lüddecke erwartet Jordan bis Ende 2016 weitere fünf- bis sechstausend Menschen. Seien es anfangs überwiegend junge Männer gewesen, müssten sich die aufnehmenden Regionskommunen nun vermehrt auf Familien mit Kindern einstellen. „Ebenso wie ich hat auch die Region größte Hochachtung vor den Ehrenamtlichen, die jetzt aber von hauptamtlichen Kräften kräftig unterstützt werden müssen. Die Problematik ist aber, dass es nicht an Geld, sondern an Personal mangelt“, sagte Dieter Lüddecke.
Der Ex-Regionspolitiker machte noch einmal kurz den Statusunterschied zwischen Flüchtlingen und Asylsuchenden deutlich. Während Flüchtlinge definierten Schutz und Rechte nach der Genfer Flüchtlingskonvention erhalten, wird Asylsuchenden Schutz und Unterstützung nach Artikel 16a des deutschen Grundgesetzes (GG) gewährt. Derzeit hat Deutschland es weit überwiegend mit Flüchtlingen zu tun.
Sehr gute Bleibeperspektiven haben Menschen aus Afghanistan und Syrien, aus dem Irak und dem Iran, wenn sie nach dem neuen „Integrierten Flüchtlingsmanagement“ des Bundes die deutschlandweiten Ankunftszentren erfolgreich registriert durchlaufen haben. Dann haben sie einen gesicherten Aufenthaltsstatus.
Das „Sennheiser“-Gebäude in Hülptingsen war vorübergehend eine Notaufnahmeeinrichtung des Landes für 300 Menschen. Das Unternehmen aus der Wedemark hat der Region den derzeit wieder leerstehenden Komplex zum familiengerechten Umbau für zirka 150 Menschen bei garantierter fünfjähriger Mietzinsfreiheit angeboten. Ob das Angebot angenommen wird oder eher andere Alternativen bevorzugt werden, „sei noch völlig unklar“, so Dirk Schwerdtfeger.
Zur eventuellen Unterbringung von Flüchtlingen in Sorgensen führte der Ortsvorsteher aus, dass die Stadt Burgdorf in vorsorgliche Gespräche mit privaten Grundstückseigentümern eingetreten sei, deren Flächen eventuell für den Bau von einfachen zweigeschossigen Doppelhäusern geeignet wären. Unterbringungsmöglichkeiten am Standort „Hauptstraße“ in Sorgensen seien nach Aussage von Stadtrat Michael Kugel „nicht in Planung“, berichtete Dirk Schwerdtfeger.