Astrid Müller beerbt Walter Kotzke als SoVD-Vorsitzende

Mit einem prallgefüllten Präsentkorb bedankte sich Alfred Baxmann für die gute und faire Zusammenarbeit beim scheidenden SoVD-Vorsitzenden Walter Kotzke (v.r.). (Foto: Georg Bosse)

Beim Abschied vom langjährigen SoVD-„Chef“ kullerten Tränen

BURGDORF (gb). Zehn Jahre lang war Walter Kotzke der „Chef“ des SoVD-Ortsverbandes Burgdorf, der als lebensbejahender und humorvoller Mensch die Gemeinschaft nach innen zusammengehalten hatte und das „Gesicht“ ihrer Außenwahrnehmung war. „Mit 80 ist Schluss“, hatte der Vorsitzende immer wieder gesagt. Und am vergangenen Samstag machte er seine Ankündigung war. Walter Kotzke legte den Vorsitz des SoVD-Ortsverbandes Burgdorf in die jüngeren Hände von Astrid Müller.
Die SoVD-Mitgliederversammlung im Burgdorfer StadtHaus war der angemessene Rahmen für seine offizielle Verabschiedung. Der wollten, neben zahlreichen Mitgliedern, besonders auch Bürgermeister Alfred Baxmann und Vize-Bürgermeisterin Christa Weilert-Penk, der SoVD-Kreisverbandsvorsitzende Klaus Wedemeier (Hänigsen) sowie Sozialschussvorsitzender Hans-Dieter Morich und Adolf W. Pilgrim mit ihrer Anwesenheit die Ehre erweisen.
Während seiner Begrüßung beklagte Walter Kotzke den Umstand, dass immer mehr Senioren im Alter dazuverdienen müssten, weil die Rente bzw. die Grundsicherung nicht zum Leben ausreicht: „Verlässliche Zahlen gibt es leider nicht, weil viele Ältere ihre Situation aus Scham verschweigen. Aus Angst, dass ihre Kinder zum Lebensunterhalt herangezogen werden.“ Am Schluss seiner kurzen Ansprache stand das „Gedenken an die Verstorbenen“, dass mit dem Wunsch nach Versöhnung und Frieden zwischen allen Völkern endete.
Bürgermeister Baxmann betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und SoVD und nahm dann den Tenor der Worte von Walter Kotzke auf: „Millionen Menschen leben in Deutschland unter der Armutsgrenze. So gut die Grundsicherung auch gemeint ist, schließt sie doch viele Empfänger von sozialer Teilhabe aus. Und viele werden davon noch nicht einmal satt – Stichwort: „Tafel“.“ Deshalb sei der gemeinsame Weg mit dem SoVD noch lange nicht zu Ende, so Baxmann. „Weil wir uns großen gesellschaftlichen Herausforderungen gegenübersehen, sind Solidarität und der SoVD für die sozialen Themen unverzichtbar“, unterstrich Klaus Wedemeier.
Für den Wahl des (restlichen) Vorstandes stellte er sich dann als Wahlleiter zur Verfügung. Den Wahlvorschlägen Werner Naehrig (2. Vorsitzender), Almut Hohmann (Schatzmeisterin) und Dieter Twesten (Schriftführer) stimmte die Versammlung einmütig zu.
Wieder gewählt als Beisitzer wurden Waltraud Tschorn, Monika Krüger und Heinrich Heinecke. Neu dabei ist Christa Weilert-Penk.
Der Hesse, gemeint ist Akkordeon-Musiker Manfred Weiß, hat sich in Burgdorf verliebt, weil es hier „viel Herzlichkeit und nette Menschen gibt.“ Diese Herzlichkeit erlebte Walter Kotzke noch einmal am emotionalen Ende der Mitgliederversammlung. Mit stehenden Ovationen und Musik sagten sie ihm alle „Arrividerci“, „Good bye“ und „Tschüss“. Da war es kein Wunder, dass hier und da ein paar Tränen kullerten.