Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ erinnert an Verfolgung

Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Reichspogromnacht

BURGDORF (r/jk). Der Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ lädt zur Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht ein. Die Gedenkveranstaltung findet am Montag, 9. November, ab 18.30 Uhr in der St. Pankratius-Kirche statt.
Der „Arbeitskreis Gedenkweg 9. November“ versucht, mit den wechselnden Formen seiner Gedenkveranstaltungen den unterschiedlichen Aspekten und Aufgaben der Erinnerungskultur Rechnung zu tragen, und sie nicht in sinnentleerten Ritualen erstarren zu lassen. Erinnerungskultur umfasst wesentlich auch Versöhnungsarbeit in der Gegenwart. Deshalb sind in diesem Jahr ehemalige Freiwillige der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.“ nach Burgdorf eingeladen worden. „ASF-Freiwillige unterstützen Überlebende von nationalsozialistischen Konzentrationslagern und Zwangsarbeit, sie begleiten psychisch Kranke, Obdachlose, Flüchtlingen oder Menschen mit Behinderungen. In Stadtteilprojekten, Gedenkstätten und Antirassismusinitiativen sind sie vor Ort aktiv und erhalten geschichtliche Lernorte für die Zukunft. Die Erfahrungen der lang-, mittel- und kurzfristigen Friedensdienste sind prägende Erlebnisse: Die Freiwilligen und Aktiven von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste werden zu Botschaftern für eine menschlichere Welt.“ (Quelle: https://www.asf-ev.de/de/ueber-uns/ziele-und-leits... abgerufen am 19.10.2015)
Sophia Schnare aus Oldenburg und Jara Lemke aus Hannover werden an diesem Abend von ihrer Arbeit während eines Freiwilligenjahres in den USA bzw. in der Ukraine berichten. Sophia Schnare hat in einer psychosozialen Beratungsstelle für Holocaust-Überlebende gearbeitet. Jara Lemke war zuerst in Sideropol auf der Krim in einem Altersheim für ehemalige Zwangsarbeiter tätig und hat sich später am Aufbau des „Museums für jüdische Geschichte und Kultur“ in Czernowitz eingesetzt. Die Berichte der ehemaligen ASF-Freiwilligen werden auch zur Orientierung im Angesicht der gegenwärtigen Flüchtlingsströme beitragen.
Musikalisch begleitet werden die Teilnehmer an diesem Abend von den Sängern und Sängerinnen der Burgdorfer Kantorei unter Leitung von Martin Burzeya mit Psalmenvertonungen von Louis Lewandowski und Auszügen aus dem Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Mitglieder des Arbeitskreises „Gedenkweg 9. November“ werden außerdem in der Abenddämmerung wieder Lichter an den Stolpersteinen in der Stadt aufstellen und Blumen am Jüdischen Friedhof niederlegen, um an die im Nationalsozialismus verfolgten jüdischen Mitbürger Burgdorfs zu erinnern.