Appold-Bilderzyklus an Stadt Burgdorf übergeben

Professor Andor Izsák lieferte musikalische und verbale Erläuterungen zum Verständnis und Hintergrund jüdischer Musik. (Foto: Georg Bosse)

Gedenkfries und „Schweigespuren“ sind im Schloss vereint

BURGDORF (gb). In einem Festakt wurde am vergangenen Dienstagabend im Schloss am Spittaplatz der vom Flensburger Kunstschöpfer und Maler Uwe Appold geschaffene Bilderzyklus „Schweigespuren“ der Stadt Burgdorf als Dauerleihgabe übergeben.
Mit den Unterschriften von Bürgermeister Alfred Baxmann und Gerhard Bleich, Vorsitzender des neuen „Vereins für Kunst und Kultur“, wurde ein Unterfangen besiegelt, das von einer Initiativgruppe aus Rat und Verwaltung, des Kunstvereins SCENA + „Kunst & Kultur“, der Kirchengemeinden sowie des Arbeitskreises „Gedenkweg 9. November“ auf den Weg gebracht worden war. Mit Hilfe von gewerblichen und privaten Bilderpaten konnte diese wichtige Initiative zu einem guten Ende gebracht werden. Stellvertretend für das immense Bürgerengagement bekamen Marlies Zinke-Partzsch, Robert Apel (Ehlershausen), Stadtwerke-Geschäftsführer Rüdiger Funke sowie Stadtsparkassenvorstand Heiko Nebel Kunstdrucke der Bilder überreicht, für die sie die Patenschaften übernommen hatten.
Neben dem Gedenkfries zur Erinnerung der deportierten und ermordeten Burgdorfer Jüdinnen und Juden sowie dem vis-à-vis platzierten Appold-Werk „Niemand bespricht unseren Staub“ sollen künftig im Schloss- und Ratssaal von den zehn kleineren Bildern abwechselnd je zwei Darstellungen der interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden. Bei dem Bilderzyklus hat sich Uwe Appold von Gedichten Paul Celans inspirieren lassen. „Mit dem Bilderzyklus ist Burgdorf reicher geworden. Und dabei ist einmal mehr offenkundig, dass das Vermögen dieser Stadt ihre menschlichen Ressourcen sind“, so Baxmann zu den gut 90 geladenen Gästen.
Der Stadtsuperintendent i.R. Hans Werner Dannowski aus Hannover betonte in seinem Redebeitrag die große Bedeutung der Kunst für eine begreifende Gedenkkultur. „Kunst hilft Brücken zwischen der Vergangenheit und dem Heute zu schlagen“, bekräftigte Professor Andor Izsák, Direktor des Europäischen Zentrums für jüdische Musik in der niedersächsischen Landeshauptstadt, der das Festprogramm musikalisch begleitete.