Amnesty international ruft zur Hilfsaktion auf

Medizinische Hilfe für Krankenstation in Uganda

ALTKREIS BURGDORF (r/jk). Auf den Hilferuf des sudanesischen Menschenrechts-Aktivisten Bushra Rahama hin haben sich zwei Burgdorfer mit dem Antikriegshaus Sievershausen für ein Hilfsprojekt zusammengetan und eine Hilfsaktion zur Unterstützung einer Krankenstation in Uganda auf die Beine gestellt.
Bushra Rahama ist der Leiter einer Menschenrechtsorganisation (HUDO), die im Bürgerkriegsgebiet im Süden des Sudans, im Südsudan und im Norden von Uganda aktiv ist. Er befand sich 2013 durch Vermittlung von Amnesty International zur Behandlung von Folter-Folgen in Burgdorf und Hannover und wurde hier von der hiesigen Amnesty-Gruppe und weiteren Unterstützern betreut. Seitdem besteht ein regelmäßiger Kontakt, er war im Dezember 2015 erneut zu einem Besuch hier und berichtete in einer öffentlichen Veranstaltung im Benefizz-Laden über die aktuelle Krisensituation im südlichen Sudan.
Die schon lange währenden und bei uns nur wenig zur Kenntnis genommenen Kriege im südlichen Sudan und Südsudan hatten u.a. die Folge des katastrophalen Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung für Einwohner und Flüchtlinge, da gezielt Krankenhäuser und vor allem auch Krankenstationen in Flüchtlingslagern zerstört wurden. Eine weitere Folge waren Flüchtlingsströme nach Uganda. Das Lager Kiryandongo war für ca 4000 Menschen geplant und schwoll in den letzten 2 Jahren auf ca 43.000 Flüchtlinge an, was die Krankenstation völlig überforderte. Daher hatte Bushra Rahama schon vor seinem Besuch dringend um Hilfe gebeten für den Wiederaufbau und die Ausstattung der Krankenhäuser durch Sammeln von gebrauchtem medizinischem Gerät und von medizinischem Verbrauchsmaterial jeder Art. Dieses Material aus Krankenhäusern und Arztpraxen und das für den Transport benötigte Geld zu sammeln, haben Thomas Müßel, Sprecher des Bezirks Hannover von Amnesty International und Vorstandsmitglied des 'Netzwerks für traumatisierte Flüchtlinge Niedersachsen' und der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Dr. Eberhard Rumpf, in Zusammenarbeit mit dem Antikriegshaus Sievershausen in die Hand genommen.
Die Sammlung ist schon recht erfolgreich, durch umfangreiche Spenden von Instrumenten und Geräten durch die Diakonie-Krankenhäuser der Region Hannover und vereinzelten Arztpraxen. In absehbarer zeit wird ein erster Container auf die Reise geschickt werden können. Dafür wird noch Verbandsmaterial gesammelt, z.B. die abgelaufenen und regelmäßig auszutauschenden Erste-Hilfe-Sets aus Autos und Geschäften. Dieses datumsmäßig abgelaufene Material ist natürlich noch verwendungsfähig, sofern Verpackungen unbeschädigt sind. Die Initiatoren rufen alle Privat- und Geschäftsleute, die die auszutauschenden Sets sonst entsorgen würden, auf, diese zu spenden. Ferner werden dringend Spenden für die Transportfinanzierung benötigt. Zwar gibt es Fördermittel für solche humanitären Aktionen, die decken aber nicht die Gesamtkosten ab. Die Projektgruppe muss voraussichtlich wenigstens 2.500 Euro für den Transport eines Containers mit allen Begleitkosten aufbringen.
Ansprechpartner sind Dr. Eberhard Rumpf (Tel. 05136/894623) oder Thomas Müßel (Tel. 0163/1445322). Spendenkonto: Ev. luth. Kirchenkreisamt Burgdorfer Land, IBAN: DE1352 0604 1000 0000 6076, Kennwort: DOKU-HUDO-Projekt.